Selfmade Floater Cake!

04.07.2011 09:57 | Tipps & Tricks

 
Ich bin im Sommer sehr gerne  Stalken und versuche unsere beschuppten Freunde an der Wasseroberfläche zu überlisten. Diese spannende Angelei auf Sicht fasziniert mich schon seit meiner Jugend! Ich verwende hierzu selbstgemachten „Floater Cake“, also schwimmenden Kuchen.
 
1) Mein Rezept, mit dem ich neulich erfolgreich war:
150 g     Selfmade Baits Scopex + Boilies, sehr fein gecrushed
60 g        Selfmade Baits Milky Tigernut Stickmix
1             gehäufter Teelöffel Backpulver
            Eier       
1             Schuss Milch
 
2) Zunächst werden die Boilies sehr klein bzw. fein gecrushed. Hierzu kann man wenn man keinen Crusher besitzt auch einfach die Boilies mit dem Boden einer Glasflasche zerstampfen. Selbstverständlich könnt ihr auch einen herkömmlichen Boiliemix verwenden statt gecrushter Boilies!
 
3) Ich verwende als weitere Zutat gerne Stickmixe, da diese einen hohen Gehalt an fress-stimulierenden Partikeln sowie Micro- Pellets aufweisen. Dies sorgt außerdem dafür, dass der fertige Kuchen sehr gut an der Wasseroberfläche „arbeitet“ und direkt Lockstoffe freigibt. Gecrushte Boilies und Stickmix gut vermischen.
 
4) Backpulver drunter mischen. Eier verquirlen und die Trockenmischung unterrühren. Der Teig sollte zähflüssig sein, in etwa so wie bei einem „normalen“ Schokoladenkuchen oder Marmorkuchen. Ein Schuss Milch macht den Teig noch etwas geschmeidiger. Zudem sorgt die Milch wiederum für eine gewisse Wolkenbildung um den schwimmenden Köder und erzielt eine prima Lockwirkung.
 
5) Lasagneform oder ähnliches mit Alufolie ausschlagen und den Teig einfüllen. Der Teig sollte ca. 4 cm dick sein. Der Teig wird aufgrund der Zugabe von Backpulver während des Backens zusätzlich noch etwas aufgehen. Im Backofen bei 175°C ca. 45 min backen. Auch hier kann man wie bei herkömmlichen Kuchen mit einem Zahnstocher testen, ob der Teig  innen durchgebacken ist.
 
6+7) Kuchen aus dem Ofen nehmen und Abkühlen lassen. Anschließend Alufolie entfernen und den Teig halbieren, um eine Oberseite und Unterseite zu erhalten. Beide Seiten in Stücke der gewünschten Größe schneiden. Stücke der Unterseite eignen sich sehr gut als Hakenköder, da die Seite, die der Backform bzw. der Alufolie zugewandt war, sehr einheitlich glatt und fest ist und Boiliestopper hier sehr gut halten! Die Stücke noch 1-3 Tage an der Luft trocknen lassen, dann werden Sie etwas härter und vor allem noch etwas leichter und schwimmen dadurch besser!
 
 
Zur Praxis: Ihr könnt die Stücke des Floater Cakes sehr gut mit der Schleuder füttern und als Hakenköder verwenden. Ich benutze hier weder Blei noch Wirbel oder sonstiges! Ich binde einen 4er bis 6er Wide Gape Haken direkt an die monofile Hauptschnur (0,33er) und binde ein herkömmliches Haar aus Vorfach-Braid. Dann einfach den Floater Cake aufziehen und mit einem Boiliestopper fixieren. Hält gut und für Würfe bis 25 m kein Problem.
 
 
Tipp: Zusätzliches Wurfgewicht erzielt ihr wenn ihr den angeköderten Floater Cake kurz ins Wasser lasst, damit er sich vollsaugen kann. Bringt einiges! Oder ihr benutzt einen PVA Strumpf mit mehreren Floater Cakes und setzt diesen als zusätzliches Wurfgewicht ein. Das PVA löst sich auf und ihr habt direkt neben eurem Floater Cake-Hakenköder einige Stücke als Futter schwimmen.
 
So geschehen letzte Woche Dienstag nach Feierabend. Den ganzen Tag war es unerträglich heiß, ca. 35°C. Ich war gegen 19:30 am Wasser und es war immer noch sehr heiß. Ich fütterte eine Ufer-nahe Stelle aus sicherer Entfernung (ca. 15 m) mit einigen Stücken des  Scopex + Floater Cakes per Schleuder.  An diesem Spot, unter überhängenden Büschen,  stehen die Karpfen oft wenn es heiß ist. Es kam schnell Bewegung ins Wasser und mehrere große Karpfen nahmen das schwimmende Futter von der Oberfläche. Total euphorisiert eilte ich zum Auto, griff meine Stalking Rute, den Kescher und die Abhakmatte und ging zurück zum Spot. Zunächst wählte ich eine Kombi aus Floater Cake plus weißem Pop Up, aber nix passierte. Vielleicht war der weiße Pop Up zu auffällig. Daher wechselte ich nach ca. einer Stunde auf ein einziges, großes Stück Floater Cake. Mittlerweile begann bereits die Dämmerung und ich warf erneut aus und traf den Spot genial. Nach 2 min (!!) nahm ein schöner Zeilenkarpfen den Kuchen und es begann ein spannender Drill, der mit dem Landgang des ca. 25 Pfund Fisches gipfelte! Den gleichen Fisch konnte ich bereits im Frühling auf „herkömmliche“ Weise (d.h. mit Grundrute und Festbleimontage) mit  Scopex + Boilies fangen... Er scheint den Scopex + Geschmack aus Oli’ s bzw. meiner Hexenküche sehr zu mögen…
 
 
 
Also probiert es aus! Ich liebe diese Angelei auf Sicht, weil es sooo faszinierend und aufregend ist! Die beste Zeit ist in meinen Augen abends nach heißen Sommertagen oder vor Gewittern! Und fokussiert immer euren Köder, ein Karpfen kann jederzeit „wie aus dem Nichts“ zuschnappen. Dann ist es wichtig, kurz zu warten, bevor man anschlägt, sonst zieht man den Köder/ Haken direkt aus dem Maul wieder raus ohne den Fisch zu haken! Also langsam „einundzwanzig“ zählen, nachdem der Fisch den Köder genommen hat und dann erst anschlagen! Auf diese Weise habe ich kaum einen Fisch verloren und der Haken sitzt vorne im Maul!
 
Keep catching!
Uli Kriebs

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