Last overnight Session

29.11.2011 18:56 | Kundenberichte

 
Diese Woche hatte ich noch einmal eine Woche Urlaub bekommen und wollte noch einmal eine Nacht ans Wasser. Leider hatte niemand anderes Zeit, also ging ich alleine.
 
Von anderen Anglern hörte ich, dass die Wassertemperaturen bei 6 -7 Grad liegen.
 
Ich hatte beim besten Willen nicht die geringste Hoffnung, dieses Jahr nochmal eine schlaflose Nacht zu bekommen. Um ca 15 Uhr kam ich dann am Wasser an,der Wettergott war auch nicht auf meiner Seite: Dauernebel seit mehreren Wochen und jetzt sogar noch Minusgrade am Tag! Um genau zu sein hatte ich beim Aufbauen -1,1 Grad.
 
Trotzdem bin ich beim Aufbauen und Ausbringen der Ruten ganz schön ins Schwitzen gekommen. Drei Ruten lagen nun auf dem Pod. An der "Joker-Rute", die ich sehr ufernah legte, hatte ich zwei 18er Fruit 'n Pepper Dumbell am Haar.Die zweite Rute legte ich auf ca 4,5 Meter mit einem 22er Essential-Spice und einem 18er Strawberry Pop up ab. Die dritte Rute (in die ich meine größten Hoffnungen setzte) legte ich vor einem Strauch auf ca. 3 m mit einem 22er Essential-Spice und einem 18er Bananen-Poppi. So, die Ruten wären dann mal ausgelegt, jetzt erst mal einen heißen Kaffee und die alleingelassene Frau daheim anrufen. Bevor ich dazu kam, wieder zu frieren, hörte ich ein paar vorsichtige Piepser. Ich dachte, ich spinne und renne zu meinem Pod.
 
Die Strauch-Rute bewegte sich, aber es wurde keine Schnur von der Rolle gerissen. Ich wartete noch ein paar Sekunden und dann hat sich der Swinger bewegt.
 
Rute in die Hand ....... Fischkontakt! Ich glaubs nicht! Kurzer knapper Drill und dann lag ein schöner, makelloser Schuppi auf der Matte. Es ist ja noch nicht mal die Kamera mit dem Stativ hergerichtet. Also alles schnell schnell. Bevor ich die Fotos machte, wog ich den Fisch schnell. Die Wage pendelte sich bei 12.9 kg ein. BAAM,  was für ein Auftakt!
 
 
 
Da es noch hell war, schoss ich kurz per Selbstauslöser die Bilder und dann durfte der Bursche wieder in sein Element. Kurze SMS an meine Freundin: "Hat sich jetzt schon gelohnt!!!" Also, Rute wieder raus. Da es schon langsam dunkel wurde, baute ich schnell den Schirm und alles andere auf. Ich war überglücklich, legte mich auf die Liege und wärmte mich wieder mit einem heißen Kaffee auf. Um ca. 18.30 Uhr pfiff wieder die gleiche Rute ab, jedoch noch vorsichtiger als beim ersten Biss!
 
Anhieb,.... ich war verdutzt!!
 
Es fühlte sich so an als würd ich einen kleinen Ast rein kurbeln. Kurz vor dem Ufer spürte ich einen kleinen Kopfschüttler. Komisch, hier drin gibt es keine „Satzer", dachte ich.Auch keine Brachsen oder ähnliches. Im Schein der Kopflampe sah ich dann eine Tinca!
 
WOW!!! Die einzige bekannte Schleie in dem See!! Mir geht einer ab!! Normal sacke ich sowas nicht, aber da dies ein besonderer Fang ist, kam sie in den Sack. Wieder die Rute raus und ab in die "Falle". Nur leider bekam ich kein Auge zu. Vielleicht lag es an den Emotionen, die in mir hoch kamen, weil bis jetzt schon das Unfassbare Wirklichkeit wurde. Oder es war der Liter Kaffee ;-) Irgendwann schlief ich dann doch. Aber es dauerte nicht lange, bis es volles Programm los zwitscherte und ich völlig benebelt aus dem Schlafsack kroch und schwankend den Hang Richtung Pod stolperte. Wieder die Strauch-Rute!!
 
Rute in die Hand und ab geht dat! Aber die große Gegenwehr blieb aus. Ich zog mir einen nassen Sack entgegen! "Oh oh", schoss mir in den Kopf und instinktiv griff ich an die Frontbremse und lockerte sie. Wie sich kurze Zeit später rausstellte, war das nicht die schlechteste Entscheidung des Tages. Bevor ich den Fisch an der Oberfläche sehen konnte, krümmte sich die Rute bis ins Handteil und die Bremse begann zu glühen. Jetzt war ich mir sicher: Graser, und auch kein Schlechter! Aber er war glaub ich noch bekloppter als ich,denn er schoss auf mich zu und lag dann fast mit dem Kopf auf dem trockenen Ufer! Ich schob ihn mit dem Kescher zurück und dann ging er noch einmal ab aber dann konnte ich ihn sicher keschern. Die Wage sagte genau 14 kg! Mein erster Graser überhaupt und dann so einer, ich war begeistert! Wieder gleiches Spiel: Rute raus, Futter auf den Spot und wieder ab in die Falle. Nur war wieder von schlafen nicht die Rede, ich war so happy.
 
Aber es sollte noch dicker kommen: Um kurz vor fünf Uhr jodelte wieder ein Bissanzeiger, also erneut den steilen Hang runter! Ich schaute ein wenig verdutzt, als ich sah, dass es WIEDER die Strauch-Rute war. Es folgte der beste Drill der Session mit einer harten Flucht nach der anderen, dann schlossen sich die Maschen des Keschers um einen dicken Spiegler. Als ich ihn auf die Matte lupfen wollte, musste ich kurz pusten!
 
Die Wiegeschlinge kurz "enteisen" und den Dicken reinlegen. Was die Waage mir dann sagte, kann ich selbst jetzt noch nicht so ganz glauben: Mein neuer PERSONAL BEST mit 16.2 kg! Ich konnte mir einen kurzen Freudenschrei nicht verkneifen und mein Adrenalinspiegel war so weit oben, dass an schlafen nicht mehr zu denken war. Also wartete ich, bis es hell wurde und legte die Ruten neu aus.
 
Um kurz nach 7 Uhr telefonierte ich kurz mit meinem Kumpel Daniel der mir anbot, vorbeizukommen um die Bilder zu machen. Fand ich super geil. An dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön! Ab jetzt blieben die Bissanzeiger stumm, egal, was solls...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ich habe in nur einer Nacht alle Fische in diesem See gefangen, die man mit Boilies fangen kann, Gott sei Dank gibt es dort keine Brachsen ;-) Ich habe die einzige Schleie in dem See gefangen. Meinen ersten Graser und sogar gleich einen richtig Guten. Meinen neuen Personal Best. Und jetzt sage mir mal einer, was man um diese Jahreszeit mehr erwarten will? Ich möchte auch nochmal Martin danken, der es mir ermöglichte, an diesem See fischen zu dürfen sowie Selfmade-Baits, dass ihr so affengeile Köder herstellt! Und natürlich meinem Schatz, die es nicht immer einfach mit mir und meinem Hobby hat ;-)
 
 
Bis dahin „tight lines“! 
 
Daniel Waraschinski

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