Keine Zeit für Pessimismus

22.12.2015 11:24 | Supporterberichte

So muss einfach mein Fazit lauten, nachdem wir mit zwei voll bepackten Booten wieder in der Zivilisation landeten. Unrasiert mit stinkigen Klamotten am Leib, wollte ich nur noch eins...eine warme Dusche. Zwei Woche waren wir, Kevin und ich, in der Wildnis Mecklenburgs unterwegs. Unterwegs um ein Ziel zu erreichen, raus aus dem stressigen Alltag, abzuschalten von den nervigen und negativen Einflüssen, die einen tagtäglich begegnen um schlussendlich den Kopf frei zu bekommen, für das, worum wir hier gerade draußen waren und immer sein wollen...unsere Passion! Dass Karpfen launisch und zickig sein können erlebte ich in diesem Frühjahr sehr deutlich. Ich blankte und das ausschließlich. Lag es an den Fischen an sich? Oder war es meine Unangepasstheit an der jeweiligen Situation? Ich muss zugeben, ich verlor Zwischenzeitig den Blick für das Wesentliche! Oder war es das miserable kalte Wetter im Frühjahr? Ich würde sagen, es war ein Paket aus allem, es passte einfach nichts, so zumindest bei mir. Die Location am neuen Gewässer im Frühjahr verlief eigentlich ganz gut, ein schöner Natursee umgeben nur von Wald, ließ uns positiv in die neue Saison blicken, aber das hatten auch andere vor, oder bemerkten es. Zuweilen komische Wichtigtuer kreuzten auf und wollten ihren Anspruch an dieses Gewässer mit Vehemenz und einer gewissen Arroganz uns gegenüber, abspenstig machen! Ja und da war noch dieser renitente Jäger, ein Quälgeist vor dem Herren, der alles daran setzte die Leute vom See zu verjagen. Klar, schließlich begrüßte er ja gut zahlende Gäste aus Skandinavien in seinem wohlbehüteten Jagdrevier. Da haben wir ihn, einen schönen Interessenkonflikt und eigentlich könnte ich hier noch mehr die Verbalkeule schwingen, aber nein, ein dicker Stinkefinger in die Richtung einiger Personen reicht völlig aus und stattdessen freute ich mich für meine Freunde die dort gut fingen! Für mich persönlich war es dort nicht der richtige Platz zum Abschalten, nein ich wollte was anderes, was wildes, was Großes und das nicht nur bezogen auf die Fischgröße meine (vielleicht??) Damen und Herren!
 
URLAUBBBBBBB!!
 
Aaaarrrgggghhhhh, ich freute mich diebisch diese „kleine“ Menge an frisch abgerollten Amino-Fish (Buttersäure) Bollen, plus einer feinen Zutat namens Robin Red und ein „bisschen“ Chili abgerundet, vor mir zu sehen. Wir können endlich los und ich hatte Bock wie schon lange nicht mehr! Endlich, wir bepackten die Boote und zurrten alles schön fest, schließlich geht es aufs große Wasser, hier und nicht wo anders wollte ich sein. Aber nein nicht schon wieder Kevin, dass kenne ich doch vom letzten Jahr, dieser abgef....e Motor springt beim „Deibbel“ nicht an. Egal, schließlich schleppte ich ihn mit meinem Boot ab, ich will endlich los legen. Eine strategisch gut gelegene Landzunge sollte es zuerst sein, mit der Hoffnung die Fische ziehen um diese herum auf der Wanderung in ihre Laich-gebiete. Das große ABER! Der Blick auf die Wassertemperatur verzerrte meine Mundwinkel. 13 Grad und das Schilf ist fast ende Mai noch braun, die Seerosen noch nicht ansatzweise oben. Es ist eindeutig zu kalt für diese Jahreszeit und steht auch laut unseren Meteorologen, mittlerweile fest.
 
Das Fazit der ersten Woche: Miserabel, schlecht, kalt, verdammt windig und ohne einen Karpfen trotz Umzug, es ging gar nichts. Die Stimmung war am Boden und ich demoralisiert. Im Nachhinein machten wir Fehler, das steht fest! Vorwürfe kamen, denen ich mich absolut nicht stellte!! Ich kann mit blanks umgehen, weiß Gott aber ich wusste ehrlich nicht mehr weiter und setzte mich für einen Tag ab und fuhr zu meiner Liebsten um den Kopf frei zu kriegen (Lache anständig!!) Kevin fing in dieser Nacht allein einen kleinen Schuppi und sein Motor lief, nachdem der Vergaser gereinigt wurde, auch wieder.
 
Am Pfingstsonntag machte ich mich äußerst wohl gelaunt wieder auf dem Weg zum See, am Bord frischen Proviant. Ich wollte weg von der jetzigen Stelle und gab mit dem 5pser gas. Nanu, was ist das, mein 320er Zodiak lag doch auf dem Kopf und warum ist hier Wasser drin? Ich kam irgendwie nicht ins gleiten und stattdessen lief immer mehr Wasser ins Boot...Scheiße ich muss umdrehen hier ist mächtig was faul und steuerte das weite Ufer an...mittlerweile schwamm schon alles im Boot, was einigermaßen leicht war. Am Ufer sah ich das Desaster, der Unterboden löste sich vom Kiel abwärts auf einer Länge von 40cm. Die Verklebung löste sich vom Schlauchkörper und nicht auszudenken, ich wäre voll bepackt übergesetzt und das komplette Gewicht des Tackles hätte darauf gewirkt?!? Aber egal ich war dermaßen guter Laune, dass mich das nicht weiter störte und besorgte mir ein Ersatzboot. Wir haben doch alles am Start!
 
Zeichen erkennen!
 
Den ganzen Nachmittag verbrachten wir, mit unseren voll bepackten Booten auf dem Wasser, es war absolut Windstill und im Übrigen war es der einzige Tag in diesen verrückten zwei Wochen wo wir mit T-Shirt rum rannten, ja ehrlich es hatte mal 20 Grad draußen. Wo hin, was machen? Das war die große Frage. Wir fuhren jeder für uns selbst den See ab und trafen uns 18Uhr an einer strategisch guten Stelle und erzählten uns, was man so gesehen hat. Wiedermal ging die Meinung auseinander, aber mir reichte was ich gesehen habe. Derweil war die Stimmung bei meinem Gegenüber nicht die beste und wir bauten auf. Kevin war nicht überzeugt! Wir legten jede Rute auf maximal 3m ab, an markanten Stellen die im klaren Wasser zu erkennen waren und mir schoss immer wieder dieses Buch in den Kopf, wo ich über dieses Phänomen gelesen habe. Ist das der Schlüssel, sind das die Zeichen? Kann man bestimmte Sachen die in Baggerseen beobachtet wurden, auch auf so große Naturseen übertragen? Man kann und es ist mir heute noch ein Rätsel, wie man auf solch kleinen „Mickymaus-stellen“ Fische fangen kann! Es ist wörtlich gesagt, die Nadel im Heuhaufen oder doch ihre „Autobahn“? Es dauerte gerade mal eine Stunde und Kevins Rute meldete sich rasant, endlich der Ton den ich vermisst habe, nur leider verlor Kevin diesen doch guten Fisch. Den nächsten leider auch! Konzentriere dich Junge du bist echt nicht bei der Sache, waren meine Worte und seine eh schon miese Stimmung kochte über. Ich geh ins Bett, ist ja nicht auszuhalten mit Dir! Ggggrrrrrrrrr, nachts um drei bekam ich ohne Vorwarnung einen Biss, ab ins Schlauch-er (Den Miesepetriger ließ ich schlafen), bloß kein Druck aufbauen erst wenn du über ihn bist und dann ging es los in den Binsen. Schön Junge zieh raus ins Freiwasser so gefällt mir das.
 
Ups hänge ich fest auf dem Weg zur Abhakmatte? Nein, der Bursche ist gut und die Waage knallte auf etwas über 22kg. Das kann nicht wahr sein, nach all der Scheiße in den letzten Wochen, liegt mein erster Fisch vor mir und gleich ne fette Ansage! Ich machte den „Miesepetriger“ wach, der das natürlich nicht glaubte, aber sein Gesicht...Traumhaft! Keine Stunde später meldete sich dieselbe Rute wieder und brachte mir einen schönen mit 16kg. Übrigens beim Zurückfahren klingelte der nächste bei Kevin an. Auch 16kg! Läuft würde ich sagen und jetzt begriff auch er, Opa hat mal wieder recht! Wir machten uns erst mal ein Bier auf, als sich meine Rute auf der anderen Seite der Landspitze rasant meldete. Der fühlt sich verdammt gut an und Kevin meinte der hat gut 15kg. Beim tragen zur Matte merkte ich schon, ein guter! Oh mein Gott, die Waage pendelt sich auf 20,6kg ein. Wahnsinn, ich kann es nicht fassen, zwei Fische innerhalb von zwei Stunden über 20kg?!?
 
Wir brauchten erst mal einen Schnaps, Prost! ;)
 
Kevin fing noch einen schönen 14kg Spiegler an diesem verrückten Tag.
 
Die kommende Nacht verlief zu ruhig. War es das jetzt gewesen? Nein, morgens bekam Kevin einen Biss ohne Vorwarnung und riss meine Zelt Tür auf „ Eh ich glaub der hat auch 20kg, wo ist deine Waage?“ Ich hörte ihn nur schreien und stand auf und schaute in ein grinsendes Gesicht. 21Kg! Zum Mittag fuhr Kevin in einen weiter entfernten Angelladen, er war nicht zufrieden mit seiner Schnur, da ballert meine Rute los und ich fuhr den Burschen entgegen. Dieser stand seelenruhig in den Binsen und schoss erst, als ich über ihn war, ins Freiwasser. Wie ich diese Boots Drill liebe! Oh der ist auch schwer, als ich ihn in die „Poseidon-matte“ legte, die wunderbar ins Boot passt! Es gibt wahrlich nicht so viele Momente, wo ich wirklich baff bin, aber dieser war einer als der Zeiger der Waage bei 20,5kg stehen blieb. Ich fing noch einen kleinen Spiegler und Kevin verlor noch einen am letzten Abend durch Schnurbruch. Am nächsten Morgen tranken wir noch einen letzten Kaffee am großen Wasser, packten alles trocken zusammen und fuhren langsam über flaches Wasser  in die Zivilisation zurück. Auch dort entdeckte ich die unheimlichen Zeichen ihrer Anwesenheit bis in 3m Wassertiefe.
 
In diesem Sinne und sucht die Zeichen, ich sage nur „Klopf auf Holz“ ;-)
 
Danilo Lass
 

... völlig demoralisiert!!        

           ...aber die Stimmung steigt! Ist etwa der „Fuchs“ daran schuld?

...Was für ein Sonnenaufgang!      

Ein absolutes Muss für mich, sie halten allen Attacken stand!

Ein Lichtblick?

Muss sein, Abgesenkt gerade so unter der Wasseroberfläche!

Mein erster für 2015 und gleich eine fette Ansage...22kg
 
14kg an diesen verrückten Tag für Kevin
 
Wahnsinn innerhalb von zwei Stunden der zweite Fisch für mich über 20kg
 
 
 Ich würde sagen es läuft...21kg!
 

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