Hexenschuss

20.07.2011 10:12 | Teamberichte

 

 

Mit Markus, meinem Kumpel, hatte ich das vergangene Wochenende eine klassische Wochenend-Session von Freitag bis Sonntag geplant. Also rd. 40 Stunden. 24 wurden es aber leider nur. Wegen Königsangeln mussten wir schon Samstagabend das Feld räumen (heul). Und das, obwohl wir drei Tage mit Eco-Shellfish, Active Strawberry, Tigernüssen, Bloody Pellets und Knödel von Markus’ Hausmarke gefüttert hatten (jammer).

Zudem hatten wir in der ersten Nacht, als wir noch nicht wussten, dass das Gewässer Sonntag gesperrt sein würde, sehr zurückhaltend gefüttert – eine Strategie, die ich von Beginn an nicht für günstig hielt. Aber Markus wollte es so. Beim Fischen ist Kumpel Markus einer, der immer Schiss hat, die Karpfen gleich satt zu machen, etc.. Das ist auch erfahrungsgemäß nicht unbedingt falsch an diesem See. Oft reichen ein halbes Kilo zu Beginn der session pro spot, und nach jedem Fisch drei vier Handvoll hinterher, völlig aus, um regelmäßige Läufe zu bekommen, sofern sie da und in Fresslaune sind.

Aber an dieser Stelle, die ich bisher am intensivsten befischt habe, hatte ich die besten Erfolge durch Massenfütterung (v.a. Partikel). Und zwar ebenso beim Vorfüttern als auch beim Fischen selbst, v.a. im Hochsommer und Herbst. Üblicherweise war die erste Maßnahme, sobald ich am Platz mit der ersten Tranche Tackle angekommen war (der Parkplatz liegt zu Fuß fast 400 m entfernt): Abkippen. Während des Schleppens und Aufbauens konnten die Fische, die sich nach Futteraktionen oft in der Nähe herumtrieben, erstmal Vertrauen schöpfen, bevor der erste an die Luft musste.

Markus zu Liebe hatten wir bis Samstag 15 Uhr nur wenig gefüttert, was zu einem einzigen Fisch führte.

Beim Aufbauen den Abend vorher hatte ich mir einen Hexenschuss (Spätfolge einer Balgerei mit meinem Sohn eine Woche vorher) eingefangen. Nachdem ich, steif wie ein Brett, am nächsten Morgen 15 Minuten gebraucht hatte, um von der Liege zu krabbeln, fuhr ich Samstagmittag zur Notaufnahme, um mir eine Spritze verpassen zu lassen, denn ich wollte ja weiterangeln.

Im Wartezimmer fasste ich einen Entschluss: Da die Fische im Freiwasser rollen, und somit auf unserer Seeseite sind, muss die Reklame für unseren spot angeschalten werden. Sobald ich zurück bin, entreisse ich Markus die Kelle, und fütter den Platz fett an. Alles oder nichts!

Zurück am See flogen erstmal 5-6 fette Kellen Tigernüsse, und mindestens das gleiche an Boilies auf den recht kleinen spot(ca. 30 qm).

Keine 30 Minuten später kurbelte Markus einen 19er Schuppi aus 12 Meter Tiefe. Markus fischte mit beiden Ruten relativ weit vor der Kante in ca. 10-13 Meter Tiefe, während ich flacher lag, etwa auf 6 bis 8 Meter, um einen kiesigen Ufersporn herum. Markus hatte den richtigen Riecher, was die Tiefe anging, wie sich auch gleich zeigen sollte. Nach einigen weiteren Kellen sowie 30 Minuten: der nächste Fisch an Markus’ Rute. Markus war wieder dran (weil er mir neulich die Spüle repariert hatte – wir fischen seit Jahren grundsätzlich hand over). Markus übergab mir aber netterweise seine neue Rute, damit ich sie mal teste. Während wir am Fuße des Hanges, direkt am Ufer, drillten, pfiff die andere Rute ab, die auf dem Rod Pod in ca. 4 m Höhe auf dem Steilhang stand. Markus rannte den Hang hoch zum Pod. Da ich wegen meinem Rücken zwar drillen und Keschern, aber nicht den Fisch den Hang hochschleppen konnte (höhö), musste er aber gleich wieder runter, um den von mir gekescherten Fisch abzuholen und wieder rauf zur Matte zu bringen (hechel), während ich den zweiten Fisch ausdrillte. Danach schmiss er mir den Karpfensack runter, für den zweiten Fisch, den er dann, ich konnte mich ja schlecht bücken wegen dem Rücken, auch noch selbst einsacken musste, während ich - nach leidvollen Hangraufklettern - oben den anderen Fisch feucht hielt. Na ja, Stress von der angenehmen Sorte, nicht wahr, Markus? ;-)

Wir haben dann den Platz weiter unter Feuer gehalten, und konnten zwischen 15 und 20 Uhr noch 6 schöne Fische landen.

Fische aufheben und in die Kamera halten ging aber ganz gut – trotz Hexenschuss.

Gruß
Euer Anton

Team Selfmade-Baits

 

Um unsere Webseite optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen.

Akzeptieren