Geplatzte Herbstträume

16.01.2009 07:08 | Teamberichte

 

Erinnert ihr euch noch an meinen vorherigen Beitrag? Ich schrieb von meiner Futtertaktik und der allgemein bekannten guten Chance, im Herbst nochmal so richtig abzugreifen. Ich wollte kontinuierlich die Stelle unter Futter halten, um dann nochmal die ein oder andere Sternstunde zu erleben. Dieses Vorhaben erwies sich jedoch leider als nicht realisierbar.

Klausuren und Referate ohne Ende, Schule bis in den späten Nachmittag. All das raubte mir zum einen die Zeit und zum anderen die Energie, um mich noch Abends ans Wasser zum Füttern zu quälen. Leider ist es manchmal so im Leben, dass man gewisse Prioritäten setzen muss. Und da es bei mir jetzt geradewegs auf das Abi zugeht, musste ich nochmal alle Energie zusammennehmen, um den Schulstress gut bewältigen zu können. Auch wenn die Herbstzeit normalerweise besonders produktiv ist, schaffte ich es nur noch zwei Mal ans Wasser.

Anfang November baue ich im Halbdunkeln meine Sachen auf und freue mich auf die kommende Nacht auf der vorbereiteten Stelle. Ich befische zum einen den ufernahen Bereich in ca. 2 m Wassertiefe, und kurz daneben fische ich hinter der Kante. Ich bin wirklich gespannt, ob die Fische auch noch im ufernahen Bereich Futter zu sich nehmen, und krieche mit gemischten Gefühle in meinen Schlafsack.

Da es noch früh ist und ich kaum ein Auge zu bekomme, vertreibe ich mir die Zeit mit einigen alten Carp Mirror Magazinen. Der angekündigte Regen lässt auch nicht mehr lange auf sich warten und nach kurzer Zeit gibt mein Shelter ein schönes, prasselndes Geräusch von sich. Doch nicht nur der Regen lässt nicht lange auf sich warten. Gegen 20:00 Uhr meldet meine Funkbox zunächst einige vereinzelte Piepser. Ich finde mich schon mit dem Gedanken ab, dass mein Line-Aligner Rig wieder wunderbar Brassen hakt, und will das Alles gar nicht so recht wahrhaben. Nach ungefähr einer Minute wird aus dem vereinzelten Rumgepiepse jedoch ein schönes Dauergeräusch – Fullrun! Leicht irritiert pelle ich mich aus dem Schlafsack. In die Schuhe schaffe ich es unmöglich noch, und somit stolpere ich mehr oder weniger elegant auf Socken zu den Ruten.

Anhieb – Sitzt! Der Fisch zieht ausnahmsweise Mal nicht in den Krautgürtel, sondern ins Freiwasser. Es regnet zwar noch, doch ich genieße das Gefühl mit der krummen Rute am Wasser zu stehen. Nach relativ kurzer Zeit wird mein Gegenüber müde, und ich kann meinen Kescher unter seinen Leib führen. Ich lasse den Fisch noch kurz mit dem Kescher im Wasser und bereite schonmal alles für den weiteren Ablauf vor. Es ist meiner Ansicht nach besonders wichtig, dass man dem Fisch eine kurze Pause gönnt. Der Drill ist schließlich anstrengend und eine kurze „Atempause“ ist förderlich für ein unbeschadetes Überstehen der weiteren Prozedur. Gefangen habe ich ihn im tieferen Bereich, auf einen einzelnen Active-Liver+ Boilie mit orangenem Pop-Up Maiskorn darüber. Ob die flache Rute auch noch den Erfolg bringt?

Auch bei Nacht lassen sich gute Bilder machen – sogar mit dem Selbstauslöser.

Nach dem Fisch kann ich mich mit vorerst guten Gefühlen Schlafen legen. Die Nacht über bleibt es still, und im frühen Morgenlicht genieße ich dann bereits den ersten Cappuchino des Tages. Aber ich bin ein bisschen enttäuscht. Natürlich freue ich mich über den schönen Spiegler, jedoch hatte ich mir ein wenig mehr erhofft, gerade in Hinsicht auf das letzte Jahr. Letztes Jahr hatte ich an der selbsen Stelle, mit der selben Futtertaktik noch das Vergnügen einige wahre Sternstunden zu erleben. „Nicht so wild...vielleicht kommt ja noch was“, denke ich mir. Bis um 12:00 Uhr Mittags will ich noch abwarten.

Als ich gerade den Schlafsack in die Tasche stopfe, meldet sich zu meinem Erstaunen die Uferrute mit einem angenehmen, tiefen Dauerton meines Carpsounders. Zum wiederholten Male kann ich einen schönen Spiegler auf die Matte legen. Die Freude ist groß, denn mit zwei Fischen hat sich das Füttern dann doch für mich gelohnt und ich kann beruhigt einpacken.

Bilder in herbstlicher Umgebung sind meistens die schönsten – kein Kommentar zu dem, was da meine Hand runtertropft.... ;-)

Still liegen sie da – jedoch nicht mehr lange, denn die Fische fressen.

Dann fehlte mir allerdings die Zeit, um meine Futterkampagne weiterzuführen. Und somit findet der Saisonabschluss vom 27.11.-28.11. statt. Es hat die letzten Tage dauerhaft gefroren und wir haben tagsüber nicht mehr als 0°C. Dennoch quäle ich mich zusammen mit Lars ans Wasser. Einmal wollen wir noch die Chance haben etwas zu fangen. Auch wenn die Bedingungen miserabel sind und wir beide Angst haben, dass wir die Nacht über an der Liege festfrieren, muss es einfach nochmal sein.

Nachdem wir gegen 17:00 Uhr alles fertig haben beginnt der gemütliche Teil des Abends, insofern es bei -4° gemütlich sein kann, und wir trinken einen Kaffe nach dem Anderen. Zumindest ist die Stimmung gut und die Minusgrade kommen einem auf einmal gar nicht mehr allzu schlimm vor.

Futtertechnisch haben wir beide nochmal ein bisschen experimentiert. Ich habe vorallem mit Liver in allen möglichen Variationen gespielt und habe zwei Boiliesorten kombiniert. Die PVA-Beutel, gedippt in Liver Powder, machen rein optisch zumindest einen sehr guten Eindruck. An der einen Ruten habe ich einen halbierten Liver+ und einen halbierten Scopex+ Boilie montiert, die andere Rute soll mit einer Kombination aus halbiertem Liver+ Boilie und kleinem Ananas Pop Up zum Erfolg führen. Von der Aufteilung der Ruten handhabe ich es wie immer – eine tief, eine flach. Leider bringt meine Vorgehensweise keinen Erfolg. Zwar gab es ein paar einzelne Piepser in der Nacht, jedoch sonst nichts. Bei Lars tut sich die Nacht über auch nichts, doch morgens gegen 10 Uhr geschieht das unglaubliche, ein kurzer Run. Nach dem Anschlag gibt es einen zunächst scheinbar guten Widerstand, welcher dann allerdings nach sehr kurzer Zeit wieder weg ist. Aussteiger! So ein Mist, wie schön das jetzt noch gewesen wäre. Ich hätte es ihm gegönnt!

Das gibt zumindest eine schöne Duftspur! Der Boilie ist eingetaucht in Liquid Liver und nachträglich mit pulverförmigen Leberextrakt umzogen, extrem klebrig und stinkend. Der PVA Beutel wurde ohne weiteres in pulverförmiges Leberextrakt getunkt.

Still liegt der See da, an den Rändern schon teilweise gefroren.

Dieses Bild symbolisiert für mich den Abschluss des Jahres – weiter kann es kaum noch gehen.

Danke für diesen schönen Abschluss an Lars!

Bis zum nächsten Mal,

Max Blümer

-WaterCraft Oldenburg-

 

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