Generalprobe an der Elbe

01.05.2014 15:56 | Teamberichte

Im Frühjahr habe ich jobbedingt immer verhältnismäßig wenig Zeit zum Angeln. So war es Mitte Mai erst die 4. Session, die ich abhalten konnte. Da ich mir jedoch den Freitag und Montag freinehmen konnte und in Kürze eine Frankreichtour ansteht, dachte ich mir, dass ich der Elbe doch einen Besuch abstatten könnte. Schließlich hatte ich dort im letzten Oktober eine nette Session und mich würde interessieren, was sich dort im Frühjahr auf die Matte legen lässt. Obendrein kann ich so nach dem Winter vor Ort all die Dinge testen, die in Frankreich vonnöten sind: Tackle für den Strom, Boote, Außenborder etc.
 
Anfahrt, Angelkarte erwerben, Boote klarmachen und das Übersetzen zum erwählten Buhnenfeld gingen erstaunlich problemlos vonstatten, zudem spielte das Wetter mit und der Wasserstand befand sich auf steigendem Wege auf niedrigem Niveau, alles sah bei so perfekten Bedingungen also nach einem fetten Blank aus, denn Ihr wisst ja: Irgendwas ist immer…
 
 
 
 
Für dieses Jahr habe ich mir in Sachen Futter und Köder eine neue Taktik zurechtgelegt: Anders als in vorigen Zeiten, als ich gleichzeitig immer mehrere Boiliesorten nutzte (was mir nur unnütze Gedanken bescherte: „Nicht lieber doch den fischigen statt des würzigen…?“), setze ich in diesem Jahr ausschließlich auf den Sweet Insect. Ganz abgesehen davon, dass dieser mir aufgrund von den Tollen Fängen in der Testphase das entsprechende Vertrauen einflößte, hoffe ich, durch die fischmehlfreie Zusammensetzung, an den beangelten Flüssen weniger Stress mit Wollhandkrabben und Welsen zu bekommen. Im Herbst werde ich wissen, ob dieser Gedanke der Richtige war.
Ich fütterte also in der ersten Rinne neben der Strömungskante auf 20 Meter Länge ca. 15 Kugeln Groundbait, neben der Grundmischung bestehend aus gecrushten Boilies, Hanf, Maples, Melasse und Sweet Insect Liquid sowie Boilies und harre der Dinge…
In der ersten Nacht tat sich nichts und beim Kaffee am Morgen grummelte ich schon vor mich hin. Da pfiff die Bonusrute ab, die ich abseits des Futterteppichs am anderen Ende des Buhnenfeldes in nur 1 Meter Tiefe mit dem Boot abgelegt hatte. Ein schöner Schuppi von 24 Pfund ließ die Mundwinkel in die Horizontale steigen und der Tag war wieder mein Freund.
 
 
 
 
Um es kurz zu machen: Später erwachte auch „die Rinne“ zum Leben und ich konnte bis zum Schluss der Session insgesamt 16 Karpfen, davon 2 Drittel Schuppenkarpfen zum Landgang überreden. Hervorragend, damit hatte ich nicht gerechnet. OK, die Gewichte reichten von „Satzi“ bis guten Zwanzigern und waren im Schnitt geringer als im Herbst, doch sollte die meiner Genugtuung keinen Abbruch tun. Die meisten Bisse kamen auf Schneemänner, denn auch der neue Sweet Insect Pop Up wollte eingesetzt werden. Die Bisse kamen oft brachial, insbesondere weil die Montagen nur ca.15 Meter entfernt lagen. Wenn die Fische dann in den Hauptstrom schwammen, zahlte sich der Einsatz der starken monofilen Schlagschnur aus, denn diese schleifte stets über die Erhebung zwischen Rinne und Hauptstrom.
 
Gleich am Anfang schrottete ich meinen Kescher, da beim Trockenschütteln einfach der Kescherkopf brach. Doch man weiß sich ja zu helfen und mit Hilfe von stabilisierenden Zweigen, Sekundenkleber und jeder Menge Gaffatape hielt das Teil bis zum Ende der Tour.
Am Montagmorgen erschrak ich noch, als ich 4 Meter hinter meinem Zelt tiefe Spuren im Ufersand entdeckte, die sich als Visitenkarte eines einzelnen großen Wildschweins entpuppten, welches sich offensichtlich in der Nacht dort umschaute (oder von meiner Schnarcherei angelockt wurde? ;-) ).
Krabbenprobleme gab es keine und mit gerade mal 5 Brassen hielten sich auch die Beifänge in Grenzen. Der ausgiebige Regen am Sonntag konnte meiner guten Laune jedoch nichts mehr anhaben und da am Montag die Sonne wieder schien und ich alles trocken wieder heim bekam, kann ich die Session als „top“ ins Fangbuch eintragen. Jetzt haben wir eine Woche später und in 3 Tagen geht es in Richtung Südfrankreich, mal wieder an die Rhone. Das Neue diesmal ist, dass ich die Tour alleine fahre: 10 Tage auf mich gestellt irgendwo an einer von Land aus unzugänglichen Stelle am großen Strom. Dementsprechend exakt muss die Planung laufen, denn ich darf nicht eine Kleinigkeit vergessen, da ich zwischenzeitlich nicht einkaufen kann. Ich werde über den Fortgang der Tour wieder auf dem FB-Account von Selfmade Baits berichten.
 
 
 
Sven Brux
Mai 2014
 

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