Frühlingserwachen

03.05.2011 13:12 | Kundenberichte

 
Wie in jedem Winter, plante ich im Januar die ersten Monate der Angelsaison. Aufgrund der Feiertage um Ostern, wollte ich zwei Wochen Urlaub Ende April riskieren. Zwei Wochen Urlaub im April können jeden Tag 25 °C und Wassertemperaturen von 15-20°C bedeuten…. Wie gesagt können…. Es kann wiederum auch in die andere Richtung mit kühlen Tagen, Frostnächten und Wassertemperaturen um 10°C gehen.
 
Zwei Wochen vor meinem angepeilten Urlaub passierte es dann. Wie 6 Monate zuvor verletzte ich mir beim Training wieder ein Sprunggelenk und konnte nicht laufen. Die Schmerzen waren Nebensache, sollte die neue Angelsaison so beginnen, wie die letzte aufgehört hat? Um keinen Unmut bei meinem Arbeitgeber und den Kollegen zu schüren, nahm ich erst einmal 3 Tage auf Überstunden frei und schonte das Gelenk. Gott sei Dank verschwand die Schwellung schnell wieder und meinem Urlaub stand nichts im Wege.
 
Die erste der beiden Wochen, sollte zusammen mit meiner besseren Hälfte Andrea, nach Mecklenburg gehen. Die Angelkarte hatte ich schon im Internet bestellt und so ging es am Sonntag vor Ostern los. Morgens kamen wir am See an und hatten freie Stellenwahl. Naja fast. Da ich noch nicht komplett bewegungsfähig war, suchten wir uns eine gut zugängliche Stelle aus. Die Wassertemperaturen lagen bei 11°C und der Wind kam stark aus westlicher Richtung. Beides noch nicht optimal, hatte ich doch an diesem Seeteil bisher bei Ostwind die größten Erfolge. Aber der Wetterbericht sagte für die komplette Woche Temperaturen über 20 °C und auf Ost drehenden Wind voraus.  Alle drei Ruten legte ich in Tiefen zwischen 1m - 1,5m vor dem Schilf ab. Für tiefe  Bereiche erschienen mir die Wassertemperaturen zu gering. Die ersten beiden Tage passierte nichts. Kein Biss, keine Aktionen auf dem Wasser und Nachts hörte ich nicht einen Karpfen rollen. Die Wassertemperaturen stiegen jedoch kontinuierlich um 1°C pro Tag an. Am Morgen nach der zweiten Blank Nacht schaute ich aus dem Zelt. Strike! Der Wind war auf Ost gedreht. Ich beschloss meine Spots beizubehalten. Dass ich damit richtig lag bewies die kommende Nacht. Bereits am frühen Abend, hörte ich hin und wieder Karpfen in den flachen Bereichen rollen. Am späten Abend folgte ein Piep auf der rechten Rute, dem weitere folgten. Der Anhieb saß, ich wollte probieren den Karpfen vom Ufer aus zu drillen, was eindeutig die falsche Entscheidung war. Da ich die Schnüre wegen Bootsverkehr abgesenkt hatte, schaffte es der Karpfen in die Schnur der mittleren Rute. Mit etwas Glück konnte ich einen 20 Pfund Spiegler trotzdem landen.  Anschließend wurden beiden Ruten wieder ausgelegt.
 
Im Schein des Vollmonds machte ich noch ein paar Experimente mit Langzeitbelichtung, bevor ich mich wieder in den Schlafsack verzog.
 
 
Drei Stunden später wieder ein Run auf der rechten Rute, nachdem ich ins Boot gestiegen war ergab sich ziemlich schnell ein 18 Pfünder. Die Rute kam wieder auf den Erfolgsspot und lief eine Stunde später schon wieder los. Also ab ins Boot und drillen. Der Fisch zog diesmal langsam ins tiefe Wasser und ließ sich nicht von der Bahn abbringen. Hier kam mir bereits der Gedanke, dass ich etwas größeres am Haken hatte. Für jeden Meter den ich auf die Rolle bekam, wurden mir anschließend mindestens wieder 5 von der Rolle gezogen. Da weit und breit kein Hindernis war ging ich den Drill ruhig an und war nach 15 Minuten Sieger!  Zurück an Land schaute ich mir den Karpfen genauer an. Ich hatte noch nie so einen großen Kopf bei einem Karpfen gesehen. Er war 101 cm lang! Die Waage blieb dann bei 36 Pfund stehen. Ein absolutes Kraftpaket. Andrea hatte von den Geschehnissen der Nacht, ausser dem Piepen nichts mitbekommen. Allerdings war sie sofort hellwach als ich „36 Pfund“ sagte. Mir und anderen Anglern war bisher kein Karpfen aus diesem Gewässer bekannt, der schwerer war.
 
Das Wasser wurde nun täglich wärmer und die Karpfen blieben auf meinen Spots. Die Waage brauchte ich fast nicht mehr, da die Fische nun alle die Einheitsgröße von 18-19 Pfund hatte. Von Tag zu Tag, wurde es um uns herum Grüner und die Mücken statteten uns die ersten Besuche ab. Für zwei Tage kam dann noch mein Kumpel Martin mit, der einen Karpfen in der üblichen Gewichtsklasse von 18 Pfund landen konnte.
 
 
 
Um am See jeden Diskussionen mit Polizei oder Förstern aus dem Weg zu gehen, wurde am Tag alles was nach Übernachten aussah(Zelt, Liege, Schlafsack), abgebaut und im Auto verstaut. So muss man sich nicht rumstreiten ob Boden im Zelt erlaubt oder nicht, ob eine Liege als campen zu deuten ist usw. Insgesamt hatten wir so 6 Erholsame Tage in der Natur. 
Die zweite Woche fuhr ich dann allein los und blieb in meiner Heimat Brandenburg.  Es ging an mein Hausgewässer. Hier war inzwischen alles Grün und die Wassertemperatur auf 16 °C angestiegen. Meine Ruten legte ich auf den üblichen Spots ab und sollte damit erfolgreich sein. In den 5 Tagen bekam ich 5 Bisse. 1 Fisch verlor ich davon. Die anderen 4 Bisse konnte ich erfolgreich verwerten und legte eine 8er Serie hin. 38, 28, 18, 8 Pfund und genau in dieser Reihenfolge. Der 38er war ein mir bekannter Two Tone den ich zwei Jahre zuvor schon mit 35,5 Pfund fangen konnte. Im Gegensatz zu dem 36 er eine Woche zuvor war dieser „nur“ 89 cm lang.
 
 
 
Alles in allem hatte ich fast zwei Wochen konstantes Wetter. Die Windrichtung blieb auf Ost, der Luftdruck war stabil und die Temperaturen konstant um 20 °C. Besseres Wetter kann man im Frühjahr fast nicht bekommen.
 
Tight Lines
Christian Materne

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