Erste Gehversuche 2010

05.02.2010 17:38 | Kundenberichte


Nichts ist schlimmer als ein langanhaltender Winter. Ständig malte ich mir im Kopf aus, wie ich am Wasser sitze und endlich wieder die Atmosphäre genieße. Vielleicht ja sogar mit krummer Rute...
 
Am 18. März musste ich mir dieses Szenario dann nicht mehr nur im Kopf ausmalen, denn das Eis war, zumindest im Kanal, verschwunden und es konnte nach langer Zeit endlich wieder losgehen!
Die Nacht über sind die Temperautren geradezu in den Keller gegangen. Gestern war es mit 16°C und Sonnenschein noch richtig warm für Mitte März, morgens um Sechs waren es dann  nur noch gefühlte 5°C. So war es, mit Ausnahme der vorbeirauschenden Autos auf der Schnellstraße hinter mir, ruhig. Die Bissanzeiger waren von dieser endlosen Stille leider auch betroffen. Nicht einen einzigen Piepser gab es, und ich fragte mich ob mein Futter die letzten Tage überhaupt einmal von den Fischen angerührt wurde. Ich war drei Mal zuvor Füttern gefahren, um die Fische an die Stelle und das Futter zu gewöhnen. Noch vor zwei Wochen lag überall Schnee und selbst der Kanal, an dem ich saß, war aufgrund der Eisschollen unbefischbar. Somit war es wahrscheinlich auch einfach noch zu früh im Jahr. Die Fische nahmen wohl noch nicht richtig Nahrung zu sich.
 
 
Der „stille“ Spod. Seit gut zwei Wochen erst befischbar.
 
„Egal...“, dachte ich mir, Mitte März ist es jawohl keine Schande zu blanken. Schnell noch einen Kaffee und dann ging es an das Zusammenpacken. Nieselregen und Windböen erleichterten das Prozedere zwar nicht, doch da muss man manchmal halt durch...
 
 
Kaffee trinken kann man auch zu Hause. Am Wasser ist’s aber schöner!
 
Mit diesem ersten Versuch 2010 einen Fisch zu fangen wollte ich mich allerdings keineswegs zufrieden geben. So fand ich mich auch schon zwei Tage später am Vereinspool wieder. Der See war zwar erst seit ungefähr drei Tagen eisfrei und bereits drei Karpfenangler versuchten dort erfolglos ihr Glück, doch ich wollte einfach nur los, egal was da komme. Aufgrund des starken Westwinds beschloss ich mich ans Ostufer zu setzen, da ja hier der Sauerstoffgehalt und auch das Nahrungsaufkommen höher sein sollten und sich die Fische hier wahrscheinlich aufhalten müssten. Naja, so die Theorie. Die Realität sah leider anders aus. Erneut blieben meine Bissanzeiger stumm. Die zwei anderen Karpfenangler am gegenüberliegenden Ufer und somit auf der windberuhigten Seite, fingen außer Brassen allerdings ebenfalls nichts. Aufs Vorfüttern hatte ich vollständig verzichtet und somit auch nur zwei gesoakte PVA-Beutel, befüllt mit zerstückelten Boilies und Pellets, fertig gemacht. Die eine Rute wurde mit einem Pop Up in der Sorte "Natural-X" ausgestattet und die andere Rute beköderte ich mit einem halbierten Natural-X Boilie und Pop Up. Beides dann noch für ein paar Stunden in den Dip getunkt sollten doch eine gute Lockwirkung entfalten. Meine Idee war es, die Hakenköder möglichst duftintensiv und somit auffällig anzubieten. So verwende ich auch oft gerne ein bis zwei künstliche Pop Up-Maiskörner in auffälligen Farben wie z.B. Neonorange. Ich denke einfach, dass soetwas schneller die Aufmerksamkeit der Fische erlangt als ein einfacher Boilie, denn schließlich soll der Hakenköder ja ins Auge springen.
 
Meine Montagen versuche ich eigentlich immer möglichst unkompliziert und einfach zu halten. Meist fische ich ein Line-Aligner mit weicher Geflochtener oder mit Kombimaterial. Im Winter und Frühjahr lieber ein wenig kürzer (8-15cm) und im Sommer, wenn die Fische aktiver sind, auch ruhig mal längere Rigs. Abgelegt hatte ich meine Ruten an zwei verschiedenen Spots. Die eine Rute kam ins Tiefe (5-6m), die Andere ins Flache (1-2m). Da sollte doch was gehen?! Aber nee, manchmal nützen auch scheinbar gut durchdachte Pläne und Theorien nichts.
 
Möglicherweise war es auch jetzt noch zu früh im Jahr? Sechs Karpfenangler versuchten bereits ihr Glück an diesem See, und keiner hatte etwas Karpfenähnliches fangen können. Nun war es letzte Nacht allerdings auch noch einmal sehr kalt geworden. Die Temperaturen sanken auf - 4°C und man konnte beim Abkühlen des Wassers mehr oder weniger zusehen.
 
 

Schön anzusehen, aber immernoch bitterkalt.

 


 

Das Schimmernde auf den Ruten ist kein Wasser... Eis!

 

 

        

 

 

Meine Zutaten für den Frühling: Fischig mit einem Hauch von Würz.

 

 

Mehr braucht es im Frühjahr nicht. Das ganze dann noch gesoakt in Liquid und man erhält eine kräftige Duftnote. Aufpassen, dass das Liquid/Dip PVA-tauglich ist!
 
Drei Tage später ging es dann auch schon wieder los. Selber See, aber neues Glück?! 
Naja, nicht wirklich!  Zwar konnte ich gegen 16:00 Uhr meinen ersten Karpfen des Jahres fangen, allerdings war dies auch der einzige Fisch. Und leider auch noch einer im Miniformat. "Trotzdem... besser als nichts", dachte ich mir. Zumindest die Kleinen schienen zu Fressen. Futtertechnisch blieb ich bei meiner Taktik. PVA-Beutel, mit zerstückelten Boilies und Pellets gefüllt, sollten ausreichen. Man will die Fische ja nicht (nur) Füttern, sondern man will sie schließlich auch fangen! Die Montagen verteilte ich wieder an zwei verschieden Spots, um herauszufinden wo sich die Fische denn überhaupt aufhiellten. Bis auf den kleinen Satzkarpfen fing ich auch noch mehr. Die Fische hatte ich also scheinbar gefunden, doof nur das es die Falschen waren! So vertrieb ich mir die Nacht dann damit, rekordverdächtige Großbrassen ranzukurbeln und die Ruten andauernd neu auszubringen. Für Feederfischer wäre das sicherlich eine Traumstelle gewesen, für mich war es allerdings der reinste Psychoterror, alle paar Minuten wegen dem Brassengepiepse raus zu müssen. Schlafentzug war ja schon damals in der DDR eine beliebte Methode. Ich will behaupten, dass das Brassenfangen Nachts um 3:00 Uhr bei Nieselregen noch schlimmer ist!
Sichtlich angenervt und total übermüdet fing ich also am nächsten Morgen damit an, mein Kram zusammenzupacken und um den See zum Auto zu Schleppen. Kurzzeitig war die Luft raus. Unmotiviert, müde und lustlos traf ich zu Hause ein und nahm erst einmal eine heiße Dusche.

 

 

 

Der Bann ist gebrochen, 2010 eröffnet!

 

 

 

Knappe 20 Pfund, ein schöner Einstieg!
 
Für das nächste Frühjahr weiß ich jetzt auf jedenfall, an welchen stellen ich vermehrt Fischen werde und mit welcher Taktik. Wenn ihr es noch nicht wisst, dann macht es im nächsten Frühjahr ähnlich. Versucht die Fische zu finden, verteilt eure Ruten und füttert nur sparsam. Mit dieser Methode sollte sich recht schnell herausstellen, welcher Spot produktiv ist und welchen man lieber meiden sollte.
 
Ich hoffe ihr hatte einen ebenso gelungenen Einstieg in die Saison, wenn auch über Umwegen.
 
Eine erfolgreiche Saison mit vielen Fischen und schönen Erlebnissen wünscht euch,
 
Max Blümer
-WaterCraft Oldenburg-

 


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