Erste Bekanntschaft mit Austria-Carp

16.01.2010 17:26 | Teamberichte

 
 
Bei dem heißen, schnell unerträglich werdenden Sommerwetter dachten wir, meine Familie und ich, dass Österreich das richtige Ziel sei, um eine Session auf Karpfen zu starten und Familienausflüge zu unternehmen.

An einem Sonntagmorgen fuhren wir in den Südosten Österreichs, um dort einen Waldsee zu befischen. Auf den ersten Blick ein wirklich schöner See, mit viel Schilf und kleinen Seerosenfeldern, umrahmt von einem schattenspendenden Wald, der Kühle zu geben versprach.
Trotzdem schwitzten wir sehr beim Auspacken. Nach dem Ausladen und Aufbauen wollte ich die Ruten auslegen, doch plötzlich kam es zu einem Wolkenbruch und es regnete ordentlich. Was ich auch ziemlich gut fand, auch wenn meine Montagen noch nicht im Wasser lagen. Ich hoffte, der Regen würde Sauerstoff ins Wasser bringen und somit die Beisslaune verbessern. Zudem brachte uns der Regen eine willkommene Abkühlung.
Erst am späteren Abend, ca. gegen 23 Uhr, lagen meine Schnüre endlich im Wasser. 
Müde fielen wir in unsere Bedchairs und es folgte eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen, gegen 6.40 Uhr, dann der erste Kontakt zu einem Austria-Carp. Ein sehr schön geschuppter Fully Scale, mit einem Gewicht von 15,6 kg. Gegen Mittag dann der nächste Drill, doch leider verlor ich diesen Fisch.
Nachmittag hin befand ich mich dann einige Zeit auf dem Wasser, um die Boden- und Uferstruktur des Sees zu begutachten. Am Schilfufer konnte ich dann einen intensiv rot leuchtenden Koi sehen, der schon etwas größer war. Dann wurden die Montagen in drei unterschiedlichen Tiefen wieder ausgelegt.
In der Nacht dann an einer Uferstelle der nächste Biss, der einen Zeiler mit 13,2 kg brachte. Auf der gleichen Stelle folgte nur zwei Stunden später die nächste Aktion, aber auf der Rute, die allein und abseits vom Camp auf ihren Banksticks lag.
Somit waren natürlich auch Boot und Kescher ca. 20 m entfernt. Während des Drills rief ich mehrmals nach meiner Tochter, die seelenruhig schlief, während ich um den Fisch bangte. Sobald ich das Gefühl hatte, der Fisch wäre aus dem Schlimmsten raus, nämlich Bäume in Ufernähe sowie andere Hindernisse, überlegte ich nur kurz und ohne zu zögern öffnete ich den Bügel, legte die Rute wieder auf den Bankstick und holte schnell den Kescher. Das Boot ließ ich wo es ist, da es zu viel Zeit in Anspruch genommen hätte, es auch noch zu holen. Ich wollte den Drill vom Ufer aus wagen. Beim Einholen sah ich dann, dass der Fisch sich viele Meter entfernt hatte, und bald schon hing er fest. Durch vorsichtiges Ziehen versuchte ich ihn wieder zurück zu "holen". Nachdem ich erst mit Bangen ein langes Scharren der Schnur an einem Hindernis gespürt hatte, war er plötzlich wieder frei. Mit meiner Lampe konnte ich bald erkennen, dass es keiner von den kleineren Kameraden war. Dementsprechend war es ein harter Kampf, aber dann lag er doch in meinen Kescher. Während des gesamten Drills hatte mein Herz wie wild gerast, denn ich war mir überhaupt nicht sicher, wie die Sache ausgehen würde, nachdem ich erst keinen Kescher zu Hand hatte, er dann fest hing, und der Kampf doch ganz schön heftig war.
Vorsichtig trug ich ihn zur Schonmatte. Dort angelangt rief ich erneut nach meiner Tochter, um ihr laut mitzuteilen, dass der Fisch über der 20 kg Marke lag. Die Waage zeigte dann 23,1 kg, und wir freuten uns total über diese spannende und gut ausgegangene Aktion.
Der erste richtig dicke Österreicher, und das gleich beim ersten Trip ins Ungewisse. Am nächsten Tag dann die Schnappschüsse mit ihm zwischen den Seerosen. Dann ließ ich ihn weder frei. Am Abend öffneten wir dann die Sektflasche, die wir aus dem Süden Deutschlands vom letzten Trip mitgebracht hatten, und diese erinnerte mich an den Fang meines 26 kg Carp, der damals Anlass für den Sekt war.
In der Nacht meldete sich auf der gleichen Stelle, wo schon die beiden anderen Fische gebissen hatten, ein Schuppi mit 15,2 kg.
Am nächsten Tag besiedelten dann zusehens Österreicher den See, denn in Österreich begannen die Ferien. Aber auch das Wetter trieb die Leute vermehrt an den See, so dass ich meine Rute auch nicht mehr am Ufer ablegen konnte, was meine Chancen erheblich herabsetzte.
Die restlichen Tage verliefen somit ruhig, jedenfalls für meine Microns, auf und am Wasser jedoch war ständig Hektik und Betrieb.
Wir sahen uns auch noch andere Seen an, und können uns vorstellen, demnächst dort zu fischen, dann hoffentlich mit weniger Druck und auch so erfolgreich.
Auf der Rückfahrt machten wir dann einige Familien-Ausflüge, und die Nächte verbrachten wir immer an einem anderen großen See, und knüpften dabei auch Kontakte. Im nächsten Jahr wollen wir in ein anderes Land reisen, andere Seen befischen und dort unser Glück versuchen.
Tight Lines
Fubara

 

Um unsere Webseite optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen.

Akzeptieren