Der große Unbekannte!

12.01.2009 18:34 | Teamberichte

Als mein Bekannter Andy und ich uns vier Tage vor dem Fischen am See trafen, um ein bisschen vorzufüttern, ahnten wir noch nicht, was da kommen wird.
Wir fütterten die vier Tage unsere Plätze mit täglich ca. 2kg Natural-X und Active-Blood vor. Das Füttern machten wir mit dem Wurfrohr, da die ausgesuchten Plätze so gut erreichbar waren und wir sowieso eine größere Fläche füttern wollten anstatt punktgenau.
Am Mittwoch Nachmittag gegen fünf Uhr war es endlich so weit. Andy war schon gegen zwei Uhr da und konnte schon den ersten kleinen Spiegler mit 6 kg landen. Ein guter Anfang.

Bei mir hieß es erst mal Boot entladen und aufbauen.
Dann wurden die Ruten bestückt. Eine mit einem 18mm Natural-X, und die andere Rute mit einem Schneemann aus Natural-X in 18mm und einem Fruit`n-Pepper Pop-Up in 14mm. Andy fischte beide Ruten mit Bloodys in 22mm Größe. Da der See stark verkrautet ist, wurden die Ruten mit dem Boot ausgelegt, und es so einfacher ist, den spot mit der Montage zu treffen. Gefüttert wurde dann wieder vom Ufer mit dem Wurfrohr, da wir weiterhin großflächig füttern wollten und uns somit die unvermeidliche Streuung durch das Wurfrohr entgegenkam.
In der Nacht konnte ich dann auf Schneemänner zwei Fische fangen. Einen mit 6-7kg und den anderen mit 11kg. Andy hatte leider nur einen Fehlbiss. Am Morgen um sechs Uhr klingelte der Wecker, und dann ging es für mich erst mal zur Arbeit. So gegen halb drei kam ich dann endlich wieder an den See, und fuhr auch gleich die Ruten raus. Nach dem ich alles erledigt hatte, haben wir uns erstmal was zu essen gemacht, aber zum Essen kamen wir nicht, weil bei Andy schon der Delkim um Hilfe schrie..
 
Wir stiegen gemeinsam ins Boot, da es relativ windig war und uns das sicherer erschien. Nach ca. 15 Minuten spannendem Drill konnte Andy seinen ersten Schuppi mit 12kg für dieses Jahr verbuchen , super!  Nach dem Foto machen gingen wir wieder zum Essen über. Aber auch das war nicht lange möglich, denn kurz darauf verlangte mein Delkim nach mir. Dann das gleiche Spiel wie vorher, nur dieses Mal war es ein schöner Spiegler mit 15kg, der meinem Schneemann aus Natural-X und Fruit`n-Pepper Pop-Up nicht widerstehen konnte.
Als die Dämmerung kam zog langsam Nebel auf und  in der Nacht sah man keine fünf Meter weit, so dicht war der Nebel. Gegen acht Uhr verzogen wir uns in unsere Zelte, da ich noch ein bisschen für die Meisterschule lernen musste. Wir machten noch unter uns aus, dass jeder sein Handy eingeschaltet lässt, für den Fall, dass was beißt. Denn bei diesem Nebel hätten wir das richtige Ufer mit dem Camp kaum mehr finden können. So um halb zehn legte ich mich dann ab, weil mich am kommenden Morgen der Wecker aus den Träumen holen würde. Gerade eingenickt, kamen erst zwei einzelne Pieper, und kurz drauf ein Dauerton aus dem Funk. Raus aus dem Schlafsack, rein in die Stiefel, und schon endete der Dauerton... 
 
Das war’s dann erstmal..... Kurz nachgedacht, was ich tun sollte, und dann rief ich Andy an, damit er kurz rüberkommt, denn so konnte ich die Rute jetzt nicht liegen lassen. Also rein ins Boot und rausgefahren. Als ich in der Nähe der Montage angelangt war, und wieder Spannung auf die Schnur brachte, spürte ich nur das Kraut. Daraufhin erhöhte ich den Druck, und die geflochtene Schnur durchschnitt das Kraut, als ich auf einmal bemerkte, dass die Schnur nach links rüber lief, und am anderen Ende offensichtlich doch etwas dran hängt. Schnell erhöhte ich den Druck weiter, da ich den Fisch möglichst schnell hoch bekommen wollte, denn unter mir war alles voller Kraut. Nach kurzer Zeit kam der Fisch dann auch hoch, und mich traf fast der Schlag, als ich diese Maschine sah. Der Fisch tauchte daraufhin gleich wieder ab, um in’s dichte Kraut zu flüchten. Jetzt hieß es: alles oder nichts, und dem Fisch so wenig Schnur wie möglich geben. Nur hatte dieser so viel Dampf, dass er dennoch das Kraut erreichte, und sich dieses Mal richtig festsetzte, egal, was ich da oben machte.
 
Erst hielt ich auf Spannung, dann ließ ich die Schnur ganz locker. Aber es tat sich rein gar nichts. So blieb mir nur noch die Möglichkeit, die Schnur in die Hand zu nehmen und ganz langsam nach oben zu ziehen. Es funktionierte, denn auf einmal kam da was nach oben. Jedoch spürte ich nur Kraut und keinen Fisch mehr, die Enttäuschung war riesig. Doch auf einmal kam Bewegung in die Sache, denn unter dem ganzen Kraut hing noch der Fisch. Also schnell Kescher drunter und drinnen war er.
 
Ich konnte mein Glück fast gar nicht fassen, denn kurz vorher war Fisch für mich schon verloren.
Als dann das ganze Kraut aus dem Kescher, und der Haken aus dem Maul entfernt war, ließ ich einen riesen Freudenschrei los.
Am Ufer angekommen wurde erst mal gewogen, und die Waage blieb bei unglaublichen 20,25kg stehen! Der unbekannte Riese! 
 
Das war der neue Seerekord. Und das in der letzten Nacht. Einfach perfekt!
 
Ich bin dann noch zur Tanke gefahren und hab eine Flasche Sekt geholt ....damit wir auf den Seerekord anstoßen konnten... denn das durfte auf gar keinen Fall fehlen... Ich muss gestehen, das war einer der geilsten Augenblicke in meinem Leben, denn damit hätte ich nie gerechnet. In der Früh weckte mich dann ganz unsanft mein Bissanzeiger, und ein Spiegler mit ca.10kg konnte noch zum Landgang überredet werden.
Vielen dank an Andy für das tolle gemeinsame Fischen an diesen zwei Tagen, und an Oli für die Top Köder.
Gruß Sebastian Hermann

 

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