Der „geplante“ Sommerurlaub

26.08.2010 13:22 | Kundenberichte

 
Alles begann im Frühjahr 2010 als wir vom Team Carp on Line darüber sprachen, was wir dieses Jahr an Gewässern befischen wollen. Nach den üblichen heimischen Seen und Kanälen, unterbrach ich die runde mit der Frage: und was ist mit  Fischen im Ausland? Keiner hatte so recht eine Meinung zu dem Thema, außer Andre! sein Kommentar war lediglich, in den Semesterferien bin ich wohl dabei….
Also setzten Andre und ich uns zusammen, wo, wann und wie lange sollte der Trip aussehen!
Kurzum entschieden wir uns für ein Gewässer, das seit dem letzten Jahr wieder befischt werden darf und kommerziell zum Karpfenangeln genutzt wird (unter anderem), dem Echternacher Stausee in unserem Nachbarland Luxemburg.
 
Jetzt ging es um Informationen, dass ‚Gewässer hat eine Grösse von ca. 27 Hektar, maximal 2 Meter tief, hauptsächlich schlammiger Boden, viele Muscheln und natürliche Nahrung im Überfluss. Was auch erklärt, warum es so viele große fische dort gibt, inklusive dem luxemburgischen Rekordkarpfen, namens Rittersport (Schuppi mit 32 KG). Das buchen der Stellen klappte super mit dem neuen Pächter, so hatten wir strategisch gute Plätze für eine Woche in Aussicht. Unsere Taktik war folgende, großflächig mit frischen und hochwertigen Boilies zu füttern, die ich vor zuvor extra bei Olli von Selfmade Baits habe abrollen lassen -über seinen Rollservice (vielen Dank nochmal, für die Supermurmeln)! Ihr fragt euch warum ich keine Readys von Olli bestelle, weil ich einen Boilie fischen möchte, den nicht jeder fischt und ich mich flexibel jedem Gewässer und dessen Nahrungsstruktur anpassen kann. Da ist der Rollservice die perfekte Alternative, da mir zum Selberrollen einfach die Zeit fehlt.
So nach der ganzen Vorbereitung war es dann am 27.07.2010 endlich soweit. Wir fuhren nachts um ein Uhr los und kamen nach sechs Stunden endloser Autofahrt endlich am Gewässer an. Wir machten erstmal eine Erkundungstour und schauten uns unsere Plätze an. Zu unserer großen Verwunderung, saß nur ein weiterer Carp Hunter am See. Nach dem ich ihn gefragt hatte wie es denn bei ihm aussehen würde, kam nur ein grummeliges geht so über seine Lippen. Nach ein wenig small talk erzählte er mir, dass er einen Fisch gesackt hat, nichts besonderes … Ob ich denn später Fotos machen könnte fragte er, klar kann ich, entgegnete ich ihm. Zwei Stunden später stellte sich raus, dass er einen 23 Kg Schuppi im Sack hatte!
So, das reichte Andre und mir als endgültige Motivation nun schnell aufbauen, loten, füttern und Ruten raus. Wir fütterten ca. zwei Kilo Murmeln großflächig an, die Fische mögen dort kein massiv Baiting, deshalb hielten wir uns zurück mit dem Füttern. Die Ruten platzierten  wir in verschiedenen Entfernungen, vorm eigenen Ufer, bis 120 Meter vor einem Krautfeld.
Am Abend kam Jojo Schmit der Pächter auf ein paar Bierchen vorbei, wir verstanden uns auf anhieb super. Er zeigte uns Fotos von den schönsten und natürlich auch schwersten Fischen. Mittlerweile war es ein Uhr nachts, wir waren über 48 Std wach und wollten einfach nur noch schlafen. Ich lag gefühlt fünf Minuten im Tiefschlaf, da weckte mich so ein komisches Geräusch…piiiiieeeep…, meine mittlere Rute lief und lief, bis ich schnallte was los war, hatte der Fisch gefühlte 100 Meter zurück gelegt. Endlich an der Rute angekommen verstummte das piepen meines Delkims, was los hier? Anschlag gesetzt, nichts außer kraut, so eine Schei…! Ich ärgerte mich maßlos über mich selber, zu langsam an der Rute gewesen, egal das war schon kein guter Fisch versuchte ich mir einzureden….
Der Rest der Nacht und des ersten morgens passierte bei mir nichts mehr, außer einzelnen Piepsern, denen ich bis dahin keine Bedeutung zu ordnete. Bis ich die Ruten gegen Vormittag kontrollierte und mit entsetzen feststellen durfte, keine Baits mehr am Hair. Bei Andre war genau das gleiche Problem.
Und das Problem hatte auch einen Namen Krebse um genauer zu sagen Amerikanische Flusskrebse, sie rasierten uns alles vom Haar, ob Boilies, Tigernuts oder sogar Plastikmais. Wir mussten nun also zwangsläufig mehr füttern um die Krebse zu beschäftigen und um sicher zu gehen, dass auch noch ein  wenig Futter für die Carps vorhanden war.
In der zweiten Nacht passierte bei mir nichts außer zwei Brassen, dafür Klingelte es bei Andre. Neben zwei kleinen Fischen unter 10 Pfd. fing er zwei Fische um die zwanzig Pfund.
Der Umzug
 
Nach zwei Tagen hieß es für uns moven, wir hatten jetzt die bevorzugten Plätze. Ich hatte einen Platz bezogen der sehr vielversprechend aussah, mit kleinen Kanaleinläufen und einer Halbinsel. Nach ca. drei Stunden bekam ich meinen ersten Biss auf zwei 18er Murmeln, Anschlag saß! Aber was war das, der Fisch leistete keine Gegenwehr, aber für ne Brasse krümmte sich meine Rute zu stark. Als der Fisch am Ufer das erste Mal an die Oberfläche kam, traute ich meinen Augen nicht! Jojo rief von der Seite, du hast die Legende von Echternach gefangen! Und tatsächlich hatte ich ihn die Legende, ein Schuppi mit neun Kilo. Das besondere an diesem Fisch ist, er hat keine Schwanzflosse! Diese soll angeblich vor Jahren ein Motorboot (?) abgetrennt haben. Der Fisch schwimmt auch gar nicht mehr richtig, er hüpft irgendwie auf dem Maul durch den See. Na geil, da fährt man 500 Kilometer um endlich einen 25 Kg Fisch zu fangen und was fängt man, einen Krüppel! Mir war da schon bewusst, was die Jungs zu Hause darüber noch lachen werden….Schnauze ;-)…
Nach einem Kaffee und bewaffnet mit ein paar Bierchen ging ich Andre an seiner neuen Stellen besuchen. Er saß ca. 300 Meter Luftlinie von mir entfernt. Sein Platz war  auch sehr interessant, Kanaleinlauf, Muschel und Krautbänke in Wurfentfernung. Nachdem er sich vor Lachen über das Krüppelfoto kaum einkriegen konnte, setzten wir uns direkt neben seine Ruten mit lecker Bierchen und Kippchen. Ich wollte gerade fragen, wo er denn seine Ruten abgelegt hatte, schoss der Hänger der rechten Rute unter den Blank und die Bremse schrie um Hilfe. Nach einem harten Fight lag ca. 15 Minuten später ein super Schuppi von 21 Kg auf der Abhakmatte vor uns! Geil, gemovt und dann gleich so eine Granate, gebissen vor dem Kanaleinlauf auf zwei 18er Murmeln von Selfmade-Baits ;-)!
Die nächsten Tage brachten leider keine großen Aktivitäten, da das Wetter wieder aufdrehte und es ziemlich heiß wurde, nachts nur Brassen und Schleien. Ja und natürlich die Krebse, die wir mit Plastikködern versuchten, von den Boilies am Haar abzulenken. Nach zwei Aussteigern hatten wir die Hoffnung schon aufgegeben, so dass wir am letzten Abend noch mal lecker Pizza und Bierchen mit dem Pächter Jojo vor unseren Zelten genossen. Am nächsten Morgen sollte der Wecker um sieben Uhr klingeln, da wir der großen Hitze entfliehen wollten um ganz gemütlich zu packen und den Heimweg anzutreten… Um ein Uhr lagen wir in unseren Zelten auf den Liegen und vielen erschöpft in den schlaf… bis um 06.40 Uhr mein rechter Delkim mit dem schönsten Weckton meinem Handy zuvor kam. Ein harter Kampf der sich über 15 Minuten hinzog, bis ein prächtiger Schuppi auf der Matte lag, der meinen Knödeln nicht wiederstehen konnte..YES…der verdiente Lohn all der harten Arbeit! Das Gewicht ist und war zweitrangig in dem Moment, es stellte sich einfach das Gefühl der Zufriedenheit ein, was ihr nach einer trostlosen Zeit alle kennt;-)!
Im Enddefekt hatte der Fisch knapp unter 20 Kg aber das war mir ganz egal, denn ich hatte eine geile Woche mit einem guten Freund (Andre;-), und vielen neuen Leuten, um es wie Jojo zu sagen: einfach PERFEKT;-).
Bedanken möchte ich mich bei JoJo Schmit und natürlich bei Selfmade Baits und dem super Service, macht weiter so und es werden noch viele Leute, Freude an Euren Produkten haben.
 
Immer ne Nasenlänge voraus… und nur dicke ;-)
 
 
Euer Nils und Andre

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