Das erste Mal Frankreich

05.02.2010 20:06 | Kundenberichte

 Ende 2009, als sich eine sehr erfolgreiche Saison dem Ende zu neigte, wurde in mir das Verlangen immer größer, im nächsten Jahr das erste Mal nach Frankreich zu fahren. Nach einem kurzen Telefonat mit meinem Angelkollegen Michael, in dem ich ihn über mein Vorhaben informierte, entschloss er sich kurzer Hand mitzufahren. Als Gewässer wählten wir einen kleinen See im Elsass mit ca. 10 ha und mit einer durchschnittlichen Tiefe von 3 m, der sich im Frühjahr schnell erwärmt. Da ich mit den Boilies von Selfmade-Baits schon 2009 einige Male gefischt hatte und von diesen Murmeln sehr überzeugt bin, war die Köderwahl nicht schwer! Auf der Messe in Bad Saulgau deckten wir uns mit ausreichenden Mengen ein. Nach langer Eiszeit und Hoffen auf wärmeres Wetter war es dann am 11. April 2010 endlich soweit -  „ auf nach Frankreich! “
Nachdem wir das Auto schon am Vortag gepackt und so die erste Hürde schon überwunden hatten , holte ich Michael um vier Uhr in der Früh ab und wir machten uns auf den Weg nach Frankreich! Als wir losfuhren schneite es bei – 2 ° C und unsere Erwartungen waren alles andere als positiv. Nach 5 1/2  Stunden kamen wir um 9:30 Uhr endlich am See an.
Nach einigen Gesprächen mit anderen Anglern und dem Besitzer erfuhren wir, dass es in der letzten Woche sehr schlecht lief und dass der See erst seit zwei Wochen eisfrei ist. Aber auch dies sollte unsere Motivation nicht trüben, denn wir waren heiß endlich loszulegen. Nachdem wir uns nach einer längeren Diskussion für einen Platz entschieden hatten, wurde endlich das Tackle aufgebaut. Die erste Rute wurde mit einem halben Natural-X bestückt, die zweite mit einem Active-Pineapple Schneemann und die dritte mit Partikel. Michael fischte eine Rute mit Active-Blood-Pepper, eine mit Partikel und eine mit einem Neon Popper. Die Ruten wurden auf Grund der niedrigen Wassertemperaturen (10,8°C) an seichten Stellen und unter überhängenden Büschen abgelegt. Nach der ersten kleinen Mahlzeit am See machten wir uns auf den Weg, den See zu erkunden, in der Hoffnung, vielleicht ein paar Fische zu erblicken. Es war so ca. 17 Uhr, wir waren fast um den halben See gelaufen, als plötzlich aus meiner Hosentasche ein Dauerton erklang . Nach einem Sprint in rekordverdächtiger Zeit kam ich schnaufend bei meinen Ruten an und setzte den Anhieb. Der Fisch nahm sofort Kurs auf das Seerosenfeld. Nur mit Mühe konnte ich ihn davon abhalten, sich in diesen festzusetzen. Nach aufregendem Drill war der erste französische Karpfen gelandet. Die Waage zeigte 27,6 Pfund; gefangen auf Active-Pineapple. Wir waren glücklich und überrascht zugleich, denn so schnell hatten wir nicht mit einem Erfolg gerechnet. Der Anfang war gemacht!!!
In der kommenden Nacht (bei – 6 °C) folgten dann noch drei weitere Fische mit 27, 26 und 24 Pfd. gefangen auf Active- Pineapple und Partikel. Um ca. 3 Uhr heulte dann Michaels Bissanzeiger das erste Mal auf. Der Fisch verlangte ihm alles ab, landete jedoch sicher im Kescher. Und so war auch Michaels erster französischer Karpfen gelandet, der auch gleich mit 32 Pf. die magische Grenze überschritt - einfach unglaublich!

Nach dieser anstrengenden Nacht brauchte ich erst mal ein bisschen  Schlaf!
Kurz nach Sonnenaufgang klopfte es dann plötzlich an meinem Zelt, es war Michael und er meinte, ich solle kommen er hat einen guten Fisch im Kescher! Verschlafen quälte ich mich aus meinem Schlafsack und ging zu Michael rüber. Was ich da im Kescher sah konnte ich kaum glauben! Ein Koloss von Karpfen stand regungslos im Wasser! Nachdem die Abhakmatte angefeuchtet wurde, hievten wir das „Baby“ vorsichtig aus dem Wasser. Lange Rede kurzer Sinn! Die Waage blieb bei 48,3 Pfd. stehen und wir waren total aus dem Häuschen!

Nachdem der Fisch wieder in sein Element entlassen wurde, und wir uns nach einiger Zeit wieder beruhigt hatten, wurden die Fallen neu ausgelegt. Mit dem Füttern hielten wir uns sehr zurück, weil wie schon gesagt, die Wassertemperaturen sehr niedrig waren.
Der erste ganze Tag verlief ziemlich ruhig und bei 11 °C blinzelte ab und zu sogar die Sonne raus. In der kommenden Nacht war es dann wieder soweit! Um ca. 1 Uhr wurde ich durch meine Sounderbox unsanft aus meinen Träumen gerissen. Der Anhieb saß und mein Herz klopfte mir bis zum Hals! Diesmal war der Widerstand schon größer und nach packendem Drill führte ich einen wunderschönen Spiegler über den Kescher - wieder auf Active-Pineapple. Als ich den Fisch aus dem Wasser hob, merkte ich schon, dass er schwerer war als all meine zuvor gefangenen Karpfen. Und so war es dann auch! Genau 35 Pfd. Und damit Personal Best! 
 

Michael legte nur ein paar Stunden später mit einem wunderschönen Zeilkarpfen mit 36 Pfund nach, gefangen auf Active-Blood-Pepper.

Kurz nachdem wir dann unser Frühstück bei Sonnenaufgang genossen hatten, schrie mein Bissanzeiger schon wieder auf. Resultat: 23 Pfd. Spiegelkarpfen. Gefangen auf was??? Natürlich Active-Pineapple - was sonst! 
Der Tag verging wie im Flug und schon stand die dritte Nacht vor der Tür. Diese blieb diesmal ohne Biss. Um halb elf meldete Michaels Bissanzeiger den nächsten Run. Nach hartem und aufregendem Drill führte er einen riesigen Fully Scaled über den Kescher. Als die Waage das zweite Mal die 40 Pf. durchbrach (um genau zu sein 41,7 Pfd.), waren wir nicht mehr zu halten.
 
 
Wir hatten mit allem gerechnet, aber nie im Leben mit so einem Erfolg. Der Tag verging wieder sehr schnell und bei 12 °C und Fischstäbchen zum Mittag (hmmm ) genossen wir die immer kräftiger werdenden Sonnenstrahlen. In den nächsten Tagen und Nächten fingen wir noch einige schöne Karpfen zwischen 15 und 22 Pfd. auf Active-Pineapple und Active-Blood-Pepper und so manche Brachse! Leider ging Michael auch noch ein guter Fisch in den Seerosen verloren.
Wir waren total zufrieden und glücklich und dachten: “Besser kann es nicht mehr kommen“! Aber, falsch gedacht!!!
In der vorletzten Nacht bekam ich noch einen Biss auf eine der Ruten, die ich unter einem überhängenden Busch platziert hatte. Nach dem Anhieb riss der Fisch erst einmal einige Meter Schnur von der Rolle. Dem Widerstand nach handelte es sich wieder um einen richtig guten Fisch. Ich konnte es kaum mehr erwarten, den Fisch endlich das erste Mal zu sehen. Nach einigen, fast endlos erscheinenden Minuten war es dann soweit, ein mächtiger Schuppi, der den Ananas-Murmeln nicht widerstehen konnte, glitt über den Kescherrand. Der Freudenschrei war wahrscheinlich bis nach Deutschland zu hören...
Ich weckte sofort Michael, der aber einige Zeit brauchte, bis er einigermaßen fit am Ufer stand. Als dann die Waage zum 3. Mal die 40 Pfd. durchbrach und bei 46,2 Pfd. stehen blieb, war ich nicht mehr zu halten!!! Bei der Fotosession wären mir fast die Finger abgefroren, aber dies war mir in diesem Moment total egal. Der erste 40er war gelandet und wieder Personal Best. 
 
 
Am letzten Abend wurde dann noch mal richtig gefeiert und am 17.04.2010, als der ganze Plunder wieder im Auto verstaut war, ging es dann Richtung Heimat.
Im abschließenden Gespräch mit dem Besitzer, erfuhren wir, dass um diese Jahreszeit schon lange niemand mehr so gut gefangen hat wie wir.
In den sechs Tagen fingen wir insgesamt 18 Karpfen und einige Brachsen. Unter Tags betrugen die Temperaturen durchschnittlich 11 °C, aber die Nächte waren mit Temperaturen bis -7 °C noch sehr knackig. Die Wassertemperatur betrug durchschnittlich 10,5 °C.
Erst als wir wieder zu Hause waren und uns die Bilder am PC anschauten, realisierten wir, was wir in unserem ersten Frankreichtrip erlebt hatten! Es war ein unvorstellbarer Urlaub mit wunderschönen Fischen. Und bestimmt war es nicht das letzte Mal, dass wir nach Frankreich zum Karpfenfischen gefahren sind.  
  
 
Florian und Michael
 
 

 


Um unsere Webseite optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Mehr Informationen.

Akzeptieren