Bunte Gesellen

30.01.2013 19:44 | Teamberichte

Seit meinem 6. Geburtstag verfolgen mich bunte Flossenträger, genau an diesem Tag bekam ich mein erstes Aquarium mit sechs Goldfischen geschenkt, für jedes Lebensjahr einen.

Das war der Anfang allen Übels, seitdem bin ich Fischen aller Art verfallen. Mit 10 Jahren kaufte ich dann meinen ersten Koi von meinem hart ersparten Taschengeld für den heimischen Gartenteich.

Seit ich jener Zeit eines dieser bunten Fischchen zu Gesicht bekommen habe, faszinieren mich diese bunten Gesellen. Als ich vor drei Jahren an einem neuen See zu fischen begann, war mir schon bei einer der ersten Erkundungen des Gewässers, einer der besagten Fischart  angehöriger Genosse aufgefallen, somit waren die Würfel für Zielfisch Nummer 1 schnell gefallen.

An der Stelle an der ich den Koi das erste Mal sah konnte ich ihn auch bei anderen Erkundungen ausmachen und so begann ich dort regelmäßig zu füttern. Ich wollte ihn erst an mein Futter gewöhnen und ihn dann beangeln. So begann ich,  diese Stelle stetig unter Futter zu halten ohne Anfangs dort zu fischen. Nach ca. 3 Wochen startete ich den ersten Versuch, aber keine Spur von dem bunten Kameraden. Auch der zweit, dritte und weitere Versuche waren nicht von Erfolg gekrönt. Obwohl ich ihn immer wieder an dieser Stelle sah wollte er sich einfach nicht fangen lassen. Ich hatte sämtliche Köder und Rigs ausprobiert, aber allem Anschein nach war dies nicht sein Platz an dem er sich den Bauch voll schlägt.

Ich wollte nichts dem Zufall überlassen und so verbrachte ich mehr Zeit mit Location als mit angeln an diesem See. Mit der Zeit konnte ich den bunten Kameraden an immer mehr Stellen im See ausfindig machen. Was mir schnell auffiel, das Mister Koi sich immer relativ Ufer nah aufhielt.

Während ich im Freiwasser immer wieder Karpfen und Graser von Bäumen aus ausmachen konnte war der Bunte nie dabei. So begann ich an den Stellen an denen ich ihn auffinden konnte regelmäßig zu füttern. Ich fütterte einen Mix aus Boilies, verschiedenen Pellets und Partikeln. Pro Stelle immer so  zwei bis drei Hände und das um den ganzen See 2-3 Mal die Woche. Irgendwo musste er ja fressen und zum anderen wollte ich ihn an meine Boilies gewöhnen. Zwischenzeitlich war ich immer wieder mal für eine Nacht am See und konnte auch den ein oder anderen Fisch fangen. Mein bunter Kumpel ließ sich aber leider nicht auf meiner Abhakmatte blicken. Aber es war nicht mehr lange hin und es sollte für 4 Nächte ans Wasser gehen.

Nach einer etwas hektischen Arbeitswoche konnte ich entspannt ans Wasser fahren, der Schreibtisch war leer gefegt und somit konnte ich guten Gewissens angeln fahren. Am Wasser angekommen wurde wie immer eine Runde um den See gedreht und danach der Platz für die Nächsten Tage ausgesucht. Da kein anderer Angler am See war hatte ich frei Wahl. Ich legte beide Ruten ins flache, eine in 1m Tiefe am Rand eines Seerosenfeldes die andere unter einen überhängenden Busch. Ich hoffte dass Mister Koi dort nicht nur seine Bahnen zieht sondern auch den ein oder anderen Happen zu sich nimmt. Die erste Nacht brachte mir am Seerosenfeld einen Schuppi und am Busch einen Halbzeiler, beides wunderbare Fische aber halt nicht dieses bunte Tierchen was ich doch so gern fangen möchte.

Tagsüber kam meine bessere Hälfte zu Besuch, sie wollte die nächsten Zwei Nächte mit am See bleiben. Wir konnten tagsüber bei schönem Wetter ein paar Fische fangen aber, richtig, nix buntes.

Für die zweite Nacht entschied ich mich die Rute am Busch neu zu platzieren, ich legte sie ans gegenüberliegende Ufer in eine kleine Bucht in ca. 80cm tiefes Wasser. Die andere Rute blieb am Seerosenfeld. Morgens bekam ich dann einen Biss auf die Rute in der Bucht. Nach dem aufnehmen der Rute kamen gleich heftige Schläge durch, meist ein Indiz für einen Gesellen der kleineren Garde, ich fragte meine Dame ob sie den Fisch drillen möchte aber sie wollte nicht, mein Gegenüber war nicht der größte Kämpfer so hatte ich ihn relativ zügig vor dem eigenen Ufer, Madame stand schon mit dem Kescher bereit als ich den Fisch das erste Mal sah, ich musste gleich zweimal hinschauen und tatsächlich, Mister Koikarpfen zerrte am anderen Ende der Schnur. Der erste Kescher Versuch klappte und so war mein erster „Bunter Geselle“ gelandet.

Es sollten weitere folgen.

Ich konnte bis jetzt 4 verschiedene Koikarpfen aus drei verschiedenen Gewässern fangen. Zwei davon habe ich gezielt beangelt und auch gefangen. Die anderen beiden waren genau genommen Überraschungseier, ich wusste nicht, dass in diesen Seen bunte Vertreter der Gattung Cyprinus carpio vertreten sind. Was allerdings bei allen vier Koi´s ähnlich war, waren die Umstände des Fangs. Ich konnte alle Fische relativ Ufer nah und in maximal 1.80m Wassertiefe fangen, ob dies jetzt eher Zufall war, kann ich nicht sagen, aber von einem der Fische ist mir bekannt das dieser von einem anderen Angler auch gefangen werden konnte. Bei einem Gespräch mit ihm hat sich herausgestellt das er den Koi auch nah am Ufer in ca. 1m Wassertiefe überlisten konnte.

Vielleicht hilft es ja dem ein oder anderen beim Fang eines dieser bunten Gesellen.

   

Gruß und Futter bei die Fisch
Euer Andre Hugbaur

 

 

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