Zwei Mann – Ein Ziel

29.12.2013 17:28 | Kundenberichte

 
….Nach einem zufälligen Telefonat verabredeten wir uns spontan zum Angeln.
Geplant waren drei Nächte...es lief gut, so gut, dass wir auf fünf  verlängerten...
15 Karpfen konnten wir in Teamarbeit zum Landgang überreden –  daher beschlossen wir, das Ganze in der nächsten Woche zu wiederholen.
 
Erneut mit Pure Mussel, Essential Spice, Scopex + und Natural Instinct ausgerüstet ging es ans Wasser....
Während dieser Session ließen sich auch einige gute Fische überlisten.
 
Von nun an galt die Devise: „ DA GEHT NOCH MEHR“ !
 
Jetzt ging es erst richtig los, wir steckten unsere Ziele höher – „Eine dicke Herbstdame für jeden sollte machbar sein.“
Nachdem genug Motivation „ getankt“ war und wir als Team eingespielt waren, wurde der gemeinsame Beschluss gefasst,  die schwierigen und eher dünn besetzten Seen ins Visier zu nehmen. „ Zur Abwechslung mal wieder eine Nacht durchschlafen.“
Hierbei war uns natürlich bewusst, dass mit wenig, aber dafür besseren Fischen zu rechnen war.
Demzufolge muss man Vertrauen in die Spots, Köder und Rigs haben.
Das Futter bestand, wie immer, ausden bereits erwähnten Boilies, welche mitLiquid nachbehandelt wurden. Auf Partikel, Pellets Stickmix und andere Spielereien wurde meist verzichtet, um den Fang von Brassen und Schleien so gering wie möglich ausfallen zu lassen. Eine dicke Schleie ist immer ein gern gesehener Beifang, aber nicht wenn das bedeutet mitten in der Nacht einen halben Kilometer rudern zu müssen.
Zum Beködern der Multi – Rigs wurden, zum bedauern der Boilienadeln, fast ausschließlich die Selfmade – Hooker verwendet…
Erholsamen Schlaf fanden wir hier jedoch auch nicht – viele schöne Fische bis ca. 17 kg landeten im Kescher, doch aus unserer Sicht hatten wir das Ziel noch nicht erreicht. Das Anglerherz ist eben unersättlich und schreit nach „MEHR“ .
Wir waren uns sicher, dass es mit den Murmeln von Olli zu schaffen war, also setzten wir uns an eines der härtesten Gewässer unserer Umgebung.
Bei der Ankunft wurden wir von einem netten, aber laaaange und ausfüüüührlich erzählenden ääääälteren Herren „empfangen“.
Er berichtete von seinen Erfahrungen an diesem Gewässer: „ Hier fangta keene Karpen, die ham alle Abitur...hier hamse schon 2 Wochen  ohne n Zuppla jesessen“.
Mit einem breitem Grinsen im Gesicht antworteten wir nur : „ Wird schon!..Irgendwo müssen die Fische schließlich sein...und im Spätherbst auch fressen.“
( Mal ganz davon abgesehen, dass man Fische wohl nicht als intelligent bezeichnen sollte... Wir würden wohl nie einen Fisch gar mehrfach fangen können, wenn er so schlau ist. )
Der Reiz, hier ein Karpfen zu fangen, war nun noch größer und hochmotiviert schritten wir zur Tat...
Tackle zur Angelstelle und so schnell wie möglich Spots suchen – nach dem üblichen Debattieren wo die Fische denn jetzt sein könnten, war diese Aufgabe dann auch bei Sonnenuntergang erledigt und der Bombeneinschlag auf unserer Stelle konnte in Ordnung gebracht werden.
 
 
Der Sommer geht, der Herbst kommt…
 
 
...Vier Nächte ohne Biss??...genug erholsame Nächte!! Zweifelnd dachten wir an die Worte des Opis: „Oh Mann, hatte er wirklich recht?...vielleicht besuchen jetzt Alle die Uni...??“ ( herzhaft lachend...)
…. „NEIN“ – hatte er nicht (zum Glück / wie erwartet) , nach Hochdruck, viel Sonnenschein und etlichen eiskalten, aber schönen, Herbstmorgenstunden brachte ein Wetterwechsel den lang ersehnten, brettharten Vollrun auf Bastis linke Rute und das auch noch morgens um 11. Ein kleiner Fisch konnte es nicht sein, denn die gibt es hier nicht. Demzufolge war klar, dass unsere Ausdauer vielleicht gleich belohnt wird. Die Beine fingen an zu schlackern. Ein Ausschlitzer wäre, logischerweise, durchaus dramatisch gewesen.
Nach ausdauerndem Kampf, in einer Tiefe von rund Acht Metern, ließ sich eine Dame von knapp 20 Kg, welche dem Essential Spice –  Hooker nicht widerstehen konnte, zum Fototermin überreden. Die Sorge, dass der Fisch verloren gehen könnte war unbegründet, das Multi – Rig hatte, wie immer bei den besseren Kandidaten, sauber gehakt.
 
 Geduld zahlt sich aus...
 
 
Somit war das gemeinsame Ziel zu 50 % erreicht.
Danach folgte wieder eine längere Phase ohne Biss – wir haben es nicht anders erwartet.
Wir entschieden neue Spots  in anderen Tiefen und anderen Bereichen des Sees zu beangeln.
Vorausschauend hatten wir eine zentrale Stelle gewählt, demzufolge war dieses Vorhaben auch unproblematisch.
...Zwei Tage später gegen 0. 30 Uhr signalisierte einer der Delkims einen, nicht gerade vielversprechenden „Brassenbiss“.
 
Sich  dafür aus dem gut gewärmten Schlafsack zu quälen war nicht wirklich umwerfend – lustlos die Rute in die Hand genommen...Welcher Carphunter kennt es nicht?? „ Sch*** Brassen!“ und dann auch noch nach wenigen Metern fest. Also ab ins Boot und bei „angenehmen“ Sprühregen und einer frischen Brise raus auf den See...irgendwann  über dem Hinderniss angekommen bewegte sich nichts. Also Snagleader ums Handgelenk gewickelt und Druck machen. Während die 0,60er langsam, aber sicher die Blutzufuhr der Hand abschnürte, kam der Übeltäter zur Oberfläche, ein halber Baum, um den sich die Schnur gewickelt hatte.
 
Das „Business – End“ war noch nicht zu sehen, die Rettung schien aber in greifbare Nähe zu rücken , schließlich sollte eine nächtliche Bastelstunde vermieden werden.
 
Nach dem „Abhaken“ und „Verladen“ des durchaus kapitalen Astes hing immer noch ein, scheinbar totes, Gewicht am anderen Ende –  „den nächsten Ast hochpumpen“ – war der erste Gedanke.
Es entpuppte sich aber nicht als Totholz, denn Bäume und Äste bewegen sich ja bekanntlich eher selten von der Stelle. Sofort begann die „Befreiung“ der Hand und hektisch wurde die Schnur aufgekurbelt, welche noch im Boot lag. Ein langsamer aber stetiger Zug, bog die FatBoySlim nun zu einem Halbkreis, ab diesem Zeitpunkt war klar, dass wohl ein sehenswerter Karpfen am Haken hing. Die Beine wurden weich...
Ein harter Drill folgte, in der Hoffnung nicht wieder im Unterwasserwald zu enden.
Glücklicherweise funktionierte diese Strategie und nach einiger Zeit landete der Fisch sicher im Kescher, woraufhin ein Jubelschrei folgte.
Wieder am Ufer stand schon alles zum Wiegen bereit, denn Basti hatte auch mitbekommen, dass sein Kollege nun schon einige Zeit auf dem See verbracht hat, wofür kein Brassen verantwortlich sein könnte. Erst recht nicht für den Jubelschrei, welcher über den See hallte und trotz Wind deutlich zu hören war.
Die Waage zeigte gute 20 Kg....ein neuer PB!!
 
Tagelange Blanks geraten in Vergessenheit, wenn solch ein Fisch in den Maschen landet...
 
 
 
 Ein derartiges Panorama belohnt frühes Aufstehen... 
 
 
 

Bemühungen zahlen sich meist aus - Neue Spots suchen, anstatt gemütlich im Bivvy zu sitzen und auf Futterplatzbesucher zu hoffen!

 
 
 
Alle lieben Selfmade – Baits
 
 
Schleienjahr 2013, selbst Ende November ließen sie nicht locker...
 
 
Auf der Matte war klar weshalb er einen Bilderbuchdrill ablieferte...
 
 
 
Es war geschafft, wir hatten unser Ziel erreicht und die Freude war groß!
Es folgten noch zwei Nächte ohne Fisch, aber das war kein Problem für uns, schließlich hatten wir unsere Zielfische gefangen und für die nächste Woche war auch schon die nächste Tour geplant.
Zum Abschluss sollte es nochmal „Masse statt Klasse“ heißen, um genug „Erlebnisreserven“ für den bevorstehenden Winter anzulegen.
 
Jetzt beginnt die Jagt nach anderen Fischen, schließlich schwimmen nicht nur Karpfen in unseren Gewässern und eine Abwechslung kann auch niemals schaden....
 
 
Tight Lines, Petri Heil und einen guten Rutsch ins neue (hoffentlich fängige) Jahr!!
 
Bivvyboys – Sebastian Merten, Alexander Pritzkow