Was für ein Wasser !

12.01.2009 17:58 | Teamberichte

Endlich ist es soweit, Freitagabend, Woche 15. Ich sage „VIVE LA FRANCE“, und bei diesen Worten haben die meisten unter uns das ganz besondere Gefühl, dass etwas Großes passieren kann. Die Reise verläuft einigermaßen stressfrei und nach 13 Stunden stehen wir am Seeufer.

Die ersten Reaktionen von uns hören sich etwa so an: “Man ist das ein geiles Wasser, Junge Junge ist der See groß…“

Wir fragen uns, wie wir in der kurzen Zeit dieses große Gewässer verstehen sollen.

Mich plagen ähnliche Fragen, doch ich weiß, dass in den unbekannten Tiefen des Sees das ein oder andere Monster schwimmen kann…Einige Meter entfernt sitzt jemand, der offensichtlich auch zum Karpfenangeln hier ist. Ansonsten sind wir alleine am Wasser. Der Angler scheint ein Deutscher zu sein, der für ein deutsches Unternehmen fischt: Selfmade-Baits. Sein Name ist Pascal und er scheint ein netter Kerl zu sein. Wir unterhalten uns und tauschen einige Informationen aus.

Da wir seit über 30 Stunden auf den Beinen sind, beschließen Otto und ich in der ersten Nacht nicht zu fischen. Stattdessen wollen wir eine Mütze Schlaf nehmen, wir sind völlig platt und mich plagen üble Kopfschmerzen. Unsere zwei Kollegen Arjan und Leo entscheiden sich, jeweils zwei Ruten auf die Kante zu legen und dann am morgen mit der richtigen Location zu beginnen.

Nach 15 Stunden wache ich auf und stelle mit Erstaunen fest, dass sich Otto immer noch im Koma befindet. Ich gehe gleich rüber zu Arjan und Leo und sie erzählen mir, dass Arjan gleich in der ersten Nacht seinen ersten Fisch fangen konnte: Einen Schuppie von 14 kg ! Der Spaß beginnt, so dachte ich zu diesem Zeitpunkt zumindest... Pascal konnte auch zwei schöne karpfen fangen, darunter einen Spiegler von 16 kg. Wir mache Fotos und schnell verschwinden die Fische wieder in der Tiefe.

Den ganzen Tag befinden sich Otto und ich im Boot auf der Suche nach Erfolg versprechenden Spots. Der Platz an dem wir sitzen ist einer von vielen Armen, die dieses Gewässer aufweist. Der Boden verläuft monoton ohne große Features. Der Boden fällt langsam von 1 auf 4 Meter ab und steigt auf der Überseite nach 350 Metern ebenso wieder an.

Wir besprechen unsere Taktik und bevor es dunkel wird befinden sich 6 Ruten im Wasser. 3 Ruten auf der gegenüberliegenden Seite, eine Joker-Rute in der Mitte und 2 Ruten auf unserer Seite auf der Kante. Für die in Frankreich üblichen 4 Ruten pro Angler fehlt uns der Platz. Somit fischen wir mit 3 Ruten pro Mann, dies bleibt die ganze Woche so. Beim Füttern bleiben wir sparsam, es ist Frühling und die Wassertemperatur liegt bei 14-15 Grad. Wir verteilen circa 30 Boilies großflächig pro Rute und harren der Dinge, die da kommen sollen.

Die erste Nacht ist gleich ein Treffer. Zwei Ruten laufen kurz nacheinander ab. Otto drillt nicht nur den ersten Fisch, sondern auch den zweiten. (Meine Liege war einfach zu bequem…) Als ich endlich wach werde und die Rute übernehme bleiben mir noch 30 Meter Drillvergnügen… Otto landet einen 20 Pfünder und ich fange einen sehr großen Spiegler.

Am nächsten Morgen werden die Fische behutsam auf die Matte verfrachtet und man bittet zum Fototermin. Es entstehen einige geile Aufnahmen. Was für ein Fisch und das gleich in der ersten Nacht. Somit hat jeder von uns seinen ersten Fisch gefangen. Die Stimmung ist super und Pascal, Arjan und Leo reden soviel Bullshit, dass unser Gelächter immer wieder die friedliche und stille Atmosphäre durchbricht. Pascal ist diese Nacht leer ausgegangen, was zur Folge hat, dass Arjan und Leo den ein oder anderen frechen Spruch bringen…

In der zweiten Nacht lande ich einen gewichtigen Schuppie, der mir einen Vollrun bei einer Entfernung von 350 Metern beschert hat. Unglaublich, was dieser Fisch für eine Kraft hat…

Am nächsten Morgen stimmt das Gleichgewicht wieder. Arjan und Leo haben nichts gefangen, dafür hat Pascal zugeschlagen und präsentiert einen Spiegler von 16 Kg.

Endlich !
Tag 3: Endlich verzeichnen wir auch tagsüber Aktionen an den Ruten. Es sind jetzt Arjan und Leo, die gute Ergebnisse erzielen. Sie fangen keine großen Karpfen aber immerhin fangen sie 3 Fische über Tag. Unsere Plätze und die von Pascal bleiben unberührt. Leo und Arjan passen die Fische auf ihren Zugruten erfolgreich ab, in unseren Arm verirrt sich kein Fisch mehr.

Es ist nun Tag 4 und nach einer fischlosen Nacht beschließt Pascal zu moven. Er hat einen interessanten Spot ausgemacht, der etwa einen Kilometer entfernt liegt. Eine größere Futtermenge bestehend aus einigen Kilo Basic- Fish Boilies soll den Erfolg bringen. Otto und ich entscheiden uns noch auszuharren.

Tag 5: Wieder habe ich nichts gefangen, es ist zum verrückt werden. Ich habe jetzt noch zwei Tage um diesen Trip zu retten, um alles zu versuchen, aber nichts scheint zu funktionieren. Der Köder ist nicht schuld, denn jeder in unserem Team fischt dieselben Boilies. Ich weiß nicht mehr weiter...Am Nachmittag bekommen Leo und Arjan einen kräftigen Biss. Leo übernimmt die Rute und nach einem heftigen Drill im Boot kommen sie mit einem Grinsen im Gesicht und einem alten Bekannten im Netz zurück ans Ufer. Sie haben denselben Biggie gefangen, den ich 3 Tage zuvor schon auf der Matte hatte. Am Nachmittag taucht ein Boot auf und darin sitzt Pascal, der fragt, ob ihm jemand behilflich sein kann beim Fotos machen. Er fängt soviel, dass er mit 4 Ruten seine liebe Mühe hat. ICH WERD BEKLOPPT. Otto hilft ihm beim Ablichten der Karpfen und ich beginne an Selbstmord zu denken. Was mache ich falsch???

Hilfe !!!

Am nächsten Morgen sitzen Otto und ich beisammen und besprechen die Situation. Das erste, was er fragt ist: „Bist du am Leben?“ Ich bin mir nicht ganz sicher aber antworte mit ja. Von weitem sehen wir Pascal ankommen, der wieder viel zu erzählen und zu fotografieren hat. Pascal sieht mein Gesicht und sagt „komm wir gehen bei mir fischen“...Widerwillig lasse ich mich überreden, ich bin ein wenig zurückhaltend, da es sein Platz ist. (Ha Ha erst Fotos machen, dann wird gefischt). Zwei Stunden und zwei Karpfen später sind meine Batterien wieder aufgeladen und ich kann wieder klar denken.

Es geht doch etwas :-)

Was mir auffiel war, dass sowohl Arjan und Leo als auch Pascal viel anfütterten, also tat ich das auch in der folgenden Nacht. Zusammen mit Otto langte ich richtig zu und versenkte einiges an Boilies in den trüben Fluten. Unsere Taktik ging voll auf und wir fingen nun einige schöne Karpfen, darunter einen dicken Spiegler, der Rest war etwas kleiner.

Am darauf folgenden Abend kommt Pascal wieder auf unsere Seite gerudert. Es ist unser letzter Abend und den möchten wir gemeinsam verbringen. Wir räumen unsere Sachen zusammen und trinken ein paar Bier in fröhlicher Runde. Dann fragt mich Pascal, ob ich für sein Team fischen möchte. Ich stimme zu und als ich nach Hause komme liegt bereits ein Vertrag im Briefkasten. 
 
Ich bin jetzt seit einigen Monaten für Selfmade Baits tätig und habe sehr viel Spaß daran. Die Boilies sind erstklassig und ich bin absolut ungebunden, in dem was ich tue. Der große Vorteil ist, dass die Firma Selfmade-Baits hochwertige Köder zu günstigen Preisen anbietet. Außerdem sind die Zutaten hier um einiges billiger als in den Niederlanden.
 
Viel Spaß beim Fischen wünscht...
 
Reinbert Ras
Team Selfmade-Baits Niederlande