Unser Jahr 2017

16.04.2018 23:27 | Kundenberichte

 


Unser Jahr 2017

Ziemlich früh in diesem Jahr, mitte März, begannen wir mit unserer ersten Session des Jahres 2017. Es sollte nicht unser Hauptgewässer für das Jahr werden, welches wir befischen wollten. Denn bei knapp 9 Grad Wassertemperatur an der Oberfläche, mahlten wir uns noch nicht viele Chancen aus.
Aber das Wetter passte, es war relativ Mild und wir hatten richtig Bock!
Eingedeckt mit Amino Fish und Pinenut Boiles von Selfmadebaits, waren wir bestens gerüstet für die erste Session. Mit kleinen 16mm Boilies und je einen Fruit n Pepper Pop up am Chod Rig sollte es auch super klappen. 6 Karpfen in 2 Nächten, damit hätten wir nicht gerechnet. 5 davon fielen auf das Chod Rig rein, nur Guidos Schuppi PB wollte sich einen Amino Fish als Schneemann nicht entgehen lassen.

 Mit diesem Erfolg im Rücken, widmeten wir uns dann unserem Hauptgewässer, ein Natursee mitten in MV, den wir jetzt das fünfte Jahr beangeln. Der See hat keinen guten Bestand, wenn jeder seinen Fisch pro Session fängt, kannst du zufrieden sein. Aber die Durchschnittsgewichte können sich dafür durchaus sehen lassen. Wir hatten schon viele Doppelfänge an guten Karpfen, aber dieses Jahr wollten wir unbedingt den einen dicken unbekannten fangen, wenn es ihn denn gibt??

Trotz der guten Kenntnis über das Gewässer, nehmen wir uns vor jeder Session die nötige Zeit und Begutachten unsere Spots, klopfen sie ab und füttern sie großflächig an. Mit dieser Taktik und den Amino Fish Boilies, brauchen wir kein schlechtes Gewissen haben, wenn es mal doch nicht klappt mit dem Biss. Guido fischt zusätzlich den Sweet Insect, wobei ich den Pinenut Boilie mein vollstes Vertrauen schenke. Wir fingen bis in den Sommer rein wieder viele gute Karpfen bis 39 Pfund.


Über den Sommerurlaub hinweg verging das Jahr für mich für eine kurze Zeit ohne angeln. Familienurlaub stand im Vordergrund, außerdem bin ich eher nicht so der Freund davon, wenn es zu warm ist. Ganz im Gegenteil zu Guido, er liebt es im Warmen zu angeln. So kam es natürlich dazu, dass er den Sommer über ziemlich Gas gegeben hat und auch ein paar wirklich geile Fische fing. Als Bereitschaftsfotograf habe ich mich dann das eine oder andere Mal auf ein Kaffee bei ihm blicken lassen.

 

Dem Herbst entgegen gesehnt, entflammte dann auch bei mir wieder das Feuer. Als wir unsere nächste Session planten, hatten wir beide für unsere Verhältnisse schon gut gefangen und wollten uns mit dem nötigen Selbstvertrauen einem See widmen, der schon lange in unseren Köpfen war. Ein riesiger See, an den wir uns ehrlich gesagt in den letzten Jahren nicht ran trauten. Größe, Bedingungen, Zeit, Badegäste, Wassersportler, nicht gerade ein Traum für Karpfenangler.

Das Gewässer an sich kennen wir ganz gut, nur haben wir noch nie dort geangelt. Das ganze Jahr über fuhren wir ein ums andere mal mit dem Schlauchboot aufs Gewässer, um alles abzuchecken. Nur wurde es nicht einfacher, umso mehr man es kennen lernte. Eine Stelle sollte aber klappen und wir beschlossen 3 Nächte dort zu verbringen. Genug Zeit, um uns an den See heran zu tasten. Und es kam so, wir brauchten einige Zeit, um uns an die Situation zu gewöhnen. Der breite Schilfgürtel und das schnell tief werdende Wasser macht es mit dem Rutenaufbau und auslegen nicht einfach. Der Sturm tat dann sein Übriges, wir mussten gut zusammenarbeiten um in die Enge Schneise mit dem Schlauchboot zu navigieren. Aber das sollte nicht das große Problem sein, denn wir angeln schon einige Jahre zusammen auf Karpfen. Nach der ersten Nacht konnten wir dann auch zufrieden sein, zwei Bisse und einen kleinen Karpfen konnten wir landen.

 

Am Tage nahmen wir dann zwei Ruten raus ,um die restlichen 4 Ruten besser positionieren zu können. Weniger ist manchmal mehr. Tatsächlich klappte alles viel flüssiger und ich konnte in der zweiten Nacht einen besseren Fisch von 12 Kg auf einem Amino Fish/Fruit n Pepper Schneemann fangen. Auch Guido ging nicht leer aus und fing auf seinem einzelnen Sweet Insect einen halbstarken Spiegler.

 

Sauber, läuft ja dachten wir. Wenn da nicht der starke Sturm gewesen wäre, der in der letzten Nacht auch nochmal zu nehmen sollte. Lange diskutierten wir hin und her. Schauten gefühlte hundert Mal über die Zelte in die Baumkronen, halten die Äste? Halten sie nicht? Aber einfach abhauen? Jetzt? Nein! Keine Option. Wir waren so heiß auf einen dicken aus dem See und hatten dieses Gefühl, dass es auch passieren würde. Denn sie waren da, das wussten wir! Also beköderten wir die Ruten für die letzte Nacht noch einmal neu um sie rechtzeitig raus zu bringen.
Doch dann passierte es, auf der anderen Seeseite knickte ein dicker Baum um wie ein Streichholz. Wir schauten uns an und uns stand es im Gesicht geschrieben, die Enttäuschung, die Wut, und natürlich der Respekt vor dem Sturm. Es war das vernünftigste ,was wir tun konnten. Doch abbrechen.

Ich ärgerte mich wie die Pest und packte mein Tackle kreuz und quer zusammen.
Zu Hause angekommen beruhigte ich mich schnell wieder. Kein Wunder, wenn man in die strahlenden Augen seiner Tochter schaut, die sich freut, wenn Papa zu Hause ist.
Nun gut, alles halb so wild, wenn da nicht dieses Gefühl gewesen wäre, was Großes verpasst zu haben.

 

Das Wetter hielt sich dann noch ein paar Tage auf „Fischfang“ und ich musste so schnell wie möglich nochmal los. Beim Blick auf den Schichtkalender ergab sich 4 Tage später erneut die Gelegenheit, unter der Woche fischen zu gehen. Nur irgendwie hatte Guido wohl sein Pulver über den Sommer schon verschossen und hatte nicht mehr den Elan, nochmal los zu wollen. Ich aber musste nochmal los, das konnte es noch nicht gewesen sein im Jahr 17 Mitte Oktober. Aber alleine an dem großen See für eine Nacht, machte keinen Sinn. Deshalb fuhr ich an unser Gewässer, welches wir das ganze Jahr über befischt hatten.

Am See angekommen, kein Angler weit und breit, herrlich mildes Herbstwetter
und alles rucki zucki aufgebaut. Ich machte es mir mit einer Flasche Bier im Stuhl gemütlich, denn ich war ziemlich Müde von der Nachtschicht.
Nur die Brassen hatten leider etwas dagegen und ausgerechnet die Rute auf der anderen Seite haben sie sich ausgesucht. Egal, immer wieder fuhr ich den Amino-Fruit n Pepper Schneemann bei mäßigem Wind auf seinen Platz. Nach dem gefühlten zehnten mal, hatte ich dann aber doch die Schnauze voll. Den Schneemann noch einmal neu angeködert, habe ich ihn hinter die eigene Kante geworfen, 5 Boilies mit dem Rohr hinter her und gute Nacht.
Denkste… Ich wühlte mich Stunde um Stunde auf der Liege hin und her, Nachtschichtmodus? Das Gefühl das etwas passiert? Aufregung? Ich glaube fest daran, dass es eine Mischung aus allem war. Es war so ziemlich das selbe Gefühl als wir das letzte mal die Session wegen dem Sturm abgebrochen haben.
Glaubt es oder nicht, ohne ein Auge zu getan zu haben, schaute ich Sehnsüchtig auf die Funke und sie pfefferte ohne Vorwarnung los. 
Wie eingangs erwähnt, sind die Durchschnittsgewichte hier immer ganz Ordentlich und der Fisch fühlte sich brachial an.
Es war Genial, alleine im Schlauchboot, Rute krumm, heller Mondschein, etwas Wind und der Drill dauer recht lange.
Ich konnte ihn schließlich in den Kescher ziehen und er sah auf den ersten Blick aus wie einer der besseren Karpfen. Als ich den Kescher einrollte und ihn aus dem Wasser heben wollte, musste ich kurz die Luft anhalten und dachte: OH HA!!! Wahnsinns Teil!  Ohne ihn zu wiegen wusste ich es schon, als er im Schlauchboot lag. Da ist ER!

5 Jahre hat es gedauert, den einen dicken unbekannten Fisch und Gleichzeitig einen neuen PB zu fangen. Den Fisch kurz versorgt, schrieb ich Guido gleich die Nachricht. Keine Minute später antwortete er und freute sich mit mir und fügte an, dass er um 8 Uhr da ist zum Foto machen! Er konnte auch nicht schlafen…Warum nicht? Wer weiß…

Rückblickend auf das Jahr gesehen sind wir beide voll zufrieden.
Amino-Fish, Pinenut, Sweet Insect und Fruit n Pepper Pop up´s sind Köder, die einfach Klasse sind. Natürlich liegt es niemals nur am Köder, aber er muss eins auf jeden Fall können, dir als Karpfenangler Vertrauen schenken. Und das macht er!

 

Schöne Grüße aus Mecklenburg

Andy u. Guido