Schwere Zeiten

19.06.2011 19:37 | Teamberichte

 
Das Jahr 2011 ist absolut nicht mein Angeljahr. Egal wo ich fischen gehe, egal was ich dran hänge, egal was ich ausprobiere, es trägt einfach keine Früchte.
Über Ostern z.B. sind Pascal und ich für vier Nächte nach Frankreich an einen 20ha See gefahren. Nach unserer Recherche, die wir im Vorfeld getätigt hatten, war ein Boot erlaubt und ein guter Bestand an Karpfen vorhanden. Nachteilig war, dass die Autobahn in der Nähe verläuft und Badegäste am See sind. Das waren aber Umstände, mit denen wir uns noch anfreunden konnten.
Kurz um die Autobahn ist knapp zehn Meter hinter uns verlaufen, Boot war ab 2011 verboten, Badegäste ohne Ende da es so eine Art Naturfreiband war und zu allem Überfluss haben sich die Fische schon aufs Laichen eingestellt. So haben wir eine Schleie und einige Welse gefangen, ein richtiger Flop.
Dieses Jahr habe ich mir auch neue Gewässer ausgesucht an denen ich mein Glück versuchen will. Zwei der Gewässer haben nach Aussagen anderer Angler eher eine geringe Fischdichte, dies war genau das was ich wollte. Die kleinsten Karpfen sollten um 12kg wiegen, perfekt für meine 12- bis 16-Stunden- Ansitze unter der Woche.
Bis jetzt habe ich an diesen Gewässern ca. 12 Nächte gemacht und mein Ergebnis ist der Hammer. Denn ich konnte ganze 14 Karpfen fangen 3 Stück zwischen 11 und 13,8kg und alle anderen zwischen 4 und 6 kg, das ist doch unglaublich!
Irgendwie fange ich alle kleinen Karpfen und fische an den Großen immer vorbei. Nicht falsch verstehen; ich bin froh überhaupt etwas zu fangen, nur wen man sich auf ein Gewässer einstellt, in dem wenig, aber dafür sehr gute Fische drin sein sollen, dann kann man da schon mal enttäuscht sein, oder?
Naja. Zu guter Letzt bin ich dann noch mal für vier Nächte an den Madine nach Frankreich gefahren. Die Tour ist dann genauso gut gelaufen wie die letzten im Jahr 2011. Nach der Ankunft am Donnerstag spät Nachmittag habe ich an einen Platz in der Nachtangelzone aufgebaut, da ich auch keine Lust mehr auf Platz suchen hatte. Beim Loten hat mich erst mal der Schlag getroffen, denn bis auf 300 Meter Distanz war alles voll mit Kraut bis 50 cm unter der Wasseroberfläche. Ich wusste zwar, dass viel Kraut im See ist, aber durch die Wellen hatte ich nicht gesehen, dass es so übel aussieht. Als ich dann die erste Rute abgelegt habe und grade die zweite raus fahren wollte ist die erste voll abgelaufen. Der erste Windsurfer hat meine Schnur gleich mal aufgesammelt: Großartig. So habe ich mir das vorgestellt.
Meine Ruten wurden noch ungefähr fünf Mal abgesägt, trotz absenken und Ruten schon um 9Uhr rein holen und erst am Abend wieder raus fahren. Mit Platzwechsel war es auch nichts mehr da der Wind es nicht zugelassen hat und alle Plätze in den Nachtangelzonen belegt waren. Bis auf eine Schleie ist die ersten drei Nächte nichts gegangen. Die ganze Fischerei war einfach sehr schwer, da viel Kraut im See ist und ständig starker Wind ging. Am Letzten Abend hat der Wind nachgelassen und ich konnte meine Ruten das erste Mal richtig sauber ablegen; darunter auch eine Rute, die ich an meinem Ufer am Schilf auf 70 cm Wassertiefe auf Sicht ablegen konnte. Die Rute bestückte ich mit drei Marine Dumbells in 18mm damit sich keine Weißfische dran vergreifen. Kurz um, in der Früh beim Abbauen ist die Rute abgelaufen und es war kein Boot oder Surfer! Als ich mit dem Boot über dem Fisch war und Spannung aufnahm, sah ich dass der Fisch richtig tief im Kraut saß. Ich nahm die Schnur in die Hand und versucht den Fisch langsam zu lösen, dies gelang mir auch nach 10 Minuten und als der Fisch grade hochkam und ich Ihn sehen konnte versuchte ich die Angel wieder in die Hand zu nehmen. Genau in diesem Augenblick schlug der Fisch mit seinem Kopf und die Schlagschnur riss. Ich konnte wirklich anfangen zu Heulen, denn es war auch noch ein guter Fisch!  
Das ist mein Angeljahr 2011 bis heute und ich hoffe sehr, dass sich das noch ein bisschen bessert. Aufgeben gibt es nicht!
Sebastian Hermann
Selfmade-Baits