Never give up…!

20.07.2011 08:02 | Teamberichte

 

Eigentlich wollte ich an diesem Wochenende an einem Hobbyfußballturnier teilnehmen. Ich habe mir sogar Fußballschuhe und Schienbeinschoner zugelegt. Hochmotiviert bis in die Haarspitzen – schließlich ist es nun über 10 Jahre her, dass ich den aktiven Fußball im Verein aufgegeben habe. Am Mittwoch noch mal mit der Hobbymannschaft ein bisschen trainieren und einspielen, damit dem Turniersieg nichts im Wege steht. Da geschah es, ohne Fremdeinwirkung, einfach so beim Laufen spürte und hörte ich dumpfes knacksen. Sofort zog ein stechender Schmerz in den linken Knöchel. Was war das bloß? Einfach so, aus dem Nichts. Ich spielte mit zusammengebissenen Zähnen weiter, entschied mich aber nach zehn Minuten besser aufzuhören um am Samstag fit zu sein.

Der nächste Morgen begann gut, bessergesagt schmerzfrei. Die Freude hielt an, bis ich in mein Auto einstieg. Wie ein Blitz schoss der Schmerz durch mein linkes Beim, dass es mir den Schweiß auf die Stirn trieb. Das war der Moment, an dem mir ein bisschen schimmerte, dass der Samstag am seidenen Faden hing. Ich schonte meinen Fuß so gut es ging. Jedoch wurde der ziehende Schmerz nicht besser, im Gegenteil er strahlte bis in die Wade. Der Doc meinte er könne eine Kapselverletzung oder gar ein Sehnen ab- oder –anriss nicht ausschließen. Am Montag geht`s zu Orthopäden. Ich entschied mich aber trotzdem am Freitagmorgen die finale Entscheidung zu treffen. Die Hoffnung auf ein Wunder wollte ich nicht aufgeben, zu sehr wollte ich am Turnier teilnehmen. Freitagmorgen - an meinem Geburtstag - musste ich mir eingestehen, der Gesundheit halber das Fußballturnier abzusagen, es ging einfach nicht, nicht mit allem Zähne beißen der Welt.

Frau und Kind waren im Urlaub bei der Verwandtschaft, somit entschloss ich mich kurzer Hand das Angelzeug ins Auto zu packen um das Wochenende zu retten. Auf Grund der Turnierplanung habe ich nichts mit André oder anderen Freunden ausgemacht, daher musste ich notgedrungen allein los ziehen.

Gegen 14 Uhr startete ich ins Wochenende. So langsam freute ich mich dann doch auf`s Angeln, vor Allem als ich am See ankam und niemand da war – freie Platzwahl!

Die Sonne strahlte und es war angenehm warm. Schnell war das Boot beladen und die Angelstelle angefahren, den schmerzenden Fuß leugnete ich einfach. Zielsicher wurde alles aufgebaut und das Futter vorbereitet. Auf Grund des geringen Weißfischbestandes wollte ich mit Dosenmais und Red-Shrimp-Pellets gesoaked mit Milky-Tigernut-Liquid und Baitpowder eine attraktive Mischung zu den Boilies am Spot anbieten. Gefischt habe ich meine Lieblingsbeköderung an diesem See: 14 mm Active Pineapple Dumbell mit nem Pineapple Poppie.

 
 
 
 
 
Ich genoss die Sonne und erfreute mich über zahlreiche Anrufe, SMS- und Facebook- Beglückwünschungen. Vielen Dank, auf diesem Wege nochmal!
Es blieb ruhig, den restlichen Abend sowie die folgende Nacht.
Am nächsten Morgen fuhr ich um 5 Uhr die Montagen erneut raus um frische Köder am Spot zu haben. Ich legte mich nach einem heißen Cappu mit Schuss wieder auf die Liege und genoss die frische kühle Morgenluft. Gegen halb acht wurde ich durch ein paar Piepser aus dem Halbschlaf gerissen. Die Rute bog sich nach rechts. Ich hatte die Bremse voll zu, da ich in der Nähe versunkener Bäume fischte. Sofort gab ich viel Druck, der mit mächtiger Gegenwehr gekontert wurde. Schließlich zog der Bursche aber in Freiwasser, wo ich ihn gemütlich ausdrillen konnte. Kurze Zeit später glitt ein schöner Spiegler in die Maschen meines Keschers. Beim anheben merkte ich gleich, dass es ein Guter ist. Die Waage blieb bei 18,7 kg stehen. Beckerfaust…Yes! Etwas verspätet mein Geburtstagsgeschenk, aber da! Kurz das Stativ aufgebaut und ein paar Selbstauslöserbilder gemacht. Danach blieb es wieder ruhig und ich genoss wieder mal den heißen Sommertag. 
 
Am Nachmittag dann zogen dunkle Wolken auf. Kurze Zeit später wurde es total dunkel und der Himmel öffnete seine Schleusen. Es regnete und stürmte so brachial, dass binnen kurzer Zeit ein kleines Bächchen durch mein Zelt seinen Weg bahnte. Der Wind riss bösartig und ruppig an meinem Zelt als wolle er mich vertreiben. Nach einer guten Stunde ließ der Wind nach, lediglich leichter Nieselregen versüßte die einbrechende Dämmerung. Die Luft war frisch und rein und der Himmel glühte in tollem Abendrot. Auch den Fischen schien das gewaltige Unwetter gut getan zu haben, sie sprangen im Minutentakt 
 
 
Gegen neun Uhr bekam ich einen erneuten Biss, ein kleiner aber sehr schöner Spiegler ergab sich nach kurzem Drill. Es nieselte weiter und im Radio lief die Liveübertragung vom Frauenfußball (Deutschland: Japan), gerade als es in der Verlängerung dann spannend wurde, bekam ich wieder einen Lauf und konnte somit den Schlusspfiff leider nicht mitbekommen, was ja im Nachhinein auch besser war… 
 Die Nacht brachte mir noch drei weitere Fische.
 
 
 

Zufrieden packte ich am nächsten Morgen zusammen und trat die Heimfahrt an.

In diesem Sinne… never give up! Macht immer das Beste drauß!

Gruß Otto