Mein Freund der Eisvogel

22.06.2010 19:59 | Kundenberichte

     
Trotz heftiger Hitze zog es mich wieder hinaus zu unserem Hausgewässer.
Ich wollte unbedingt nach längerer Zeit mal wieder mit meinem guten Freund Sebastian zusammen fischen, wir hatten hatten uns schon längere Zeit nicht mehr gesehen und es gab sehr viel zu erzählen. Basti war in der Zwischzeit mal wieder in Frankreich und hat da sehr erfolgreich auf Karpfen und Waller geangelt. Wir kennen uns schon sehr lange und ich schätze an Ihm vor allem seine Bodenständigkeit, trotz seiner Jugend hat er seinen eigenen Stil und lässt sich nicht von anderen verbiegen, er ist wirklich ein sehr vorbildlicher Angler und Freund.
 
Er weiß, bei mir gibt es immer frischen Kaffee und nette Gespräche.
 
Leider blieb er nur eine Nacht, konnte aber einen guten Spiegler in den frühen Morgenstunden fangen.
 
Für mich werden die drei Tage und Nächte wohl ewig in Erinnerung bleiben, weil ich den wohl größten Fisch meines bisherigen Anglerlebens fing und eine wunderbare Freundschaft geschlossen habe. 
 
Ich war sehr froh das ich die nächsten Nächte mit Daniel gefischt habe, der außer mir wohl der einzige Mensch war der bezeugen kann was sich wirklich in den nächsten zwei Tagen und Nächten abgespielt hat.
Ich glaube, die Basis führ diese erfoglreiche Session war ein gut angelegter mit Selfmade Baits, Aktive Pinnapple und Fischpellets sowie Partikel präparierter Futterplatz auf der gegenüberliegenden Uferseite in ca 70m Entfernung, ich fischte da direkt unter der Uferkannte in 2-3m Wassertiefe.
Ich musste also sehr genau werfen um die Futterstelle exakt zu treffen, den kurz davor begann schon die dicke Schlammschicht.
Um es vorweg zunehmen, ich bekam regelmäßig Bisse im 3 Stunden Takt und konnte einige gute und schöne Fische fangen. Graser und Karpfen wechselten sich immer wieder ab.
 
Einige Fische sind mir zwar dabei ausgestiegen, aber ohne jeglichen Materialverlust.
 
Nach wiederholten und ständigen Nachfüttern waren die Graser immer zuerst am Futterplatz und meldeten sich regelmäßig mit einem Fallbiss, da ich diese Masche aber schon seit Jahren kenne, reagiere ich immer noch mit einem zusätzlich Anschlag darauf, nachdem ich den Kontakt zum Fisch hergestellt hatte.
Ich fische überwiegend mit kleinen Haken, die trotzdem fast immer sicheren Halt in einem harten Grasermaul finden (Fox-Arma point Sb Größe 6).
Ich teste immer wieder neue Taktiken und Montagen aus, und komme dabei zu erstaunlichen Erkenntnissen.
 
Mein Freund der Eisvogel gesellt sich jeden Morgen zu mir und setzt sich auf meine linke Rute, es schien fast so, also hätte er mich in seinem Lebensraum akzeptiert .
Es dauerte trotzdem einige Jahre um diese wundervollen Aufnahmen von Ihm zu machen.
 
Mein Freund Daniel der neu in dieser Art der Angelei ist, schüttelte immer nur ungläubig den Kopf, wegen der vielen Bisse, er sas nur 50m neben mir und konnte nur einen Biss verbuchen, der Ihm dann auch noch ausstieg. Er hätte auf jeden Fall einen guten Fisch verdient gehabt.
Da unsere Leidenschaft ein riesiges Suchtpotential birgt, hoffe ich dass ich keine Probleme mit seiner lieben Frau  bekomme , da er diesen Virus jetzt offensichtlich auch schon in sich trägt. Spätestens die letzte Nacht hat Ihn damit infiziert und er wird das Erlebte wohl ebenso wenig vergessen wie ich.
Da wir sehr müde waren, legten wir uns gegen 21 Uhr auf unsere Liegen, die Sonne und der wenige Schlaf hatten uns ziemlich geschafft.
Gegen 22Uhr wieder der typische Fallbiss, den ich sofort mit einem Anschlag beantwortete.
Was darauf folgte, war ein Kampf auf Biegen und Brechen und mit viel Geduld , da der Fisch sich mehrmals in den Seerosen festsetzte.
Aber was letztendlich meine Keschermaschen im Dunkeln umgab, übertraf all unsere Erwartungen, damit hatten wir niemals gerechnet.
Ich bin kein Freund der Waage, aber diesmal musste es sein, zu groß war die Neugier. Der Zeiger blieb bei 26kg stehen und das Maßband zeigte 116cm an. 
Nach einiger zügigen Fotosession wurde der Riese wieder in sein Element gelassen.
Trotz der Müdigkeit und einiger Telefongespräche mit Angelkollegen, fanden wir sehr spät erst  in den Schlaf. Gegen halb drei meldete sich noch ein schöner Schuppi und an der letzten Rute hate ich morgens noch einen Aussteiger, ich nahm alle Ruten raus und versuchte noch etwas zu schlafen.
Für mich ist das Fischen immernoch ein Geschenk welches sich in ein wunderbares Lebensgefühl verwandelt hat, dafür bin ich sehr dankbar.
Vielen Dank  auch an meine Freunde Basti, Daniel und natürlich an Selfmade-Baits.
 
Alles wird gut.
 
Euer Micha  "Michael Neugebauer"