Kurze Nächte - viele Fische

22.12.2015 18:21 | Supporterberichte

Der Sommer, für viele die Zeit sich Urlaub zu nehmen und mit Sack und Pack ans Wasser zu ziehen. Tagelanges sonnen, gekühltes Bier schlürfen oder abends genüsslich den Grill anschmeißen. Ich gebe zu, es hört sich wirklich verlockend an für mich, dennoch kann ich all dies in den warmen Monaten nicht erleben! Jedes Jahr auf's neue bin ich von Mai bis Oktober außer Gefecht gesetzt, mein Job als Badbetriebsleiter in einem Freibad fordert mich täglich von morgens bis abends. Dennoch möchte und kann ich nicht gänzlich auf das Angeln verzichten und so bleibt mir nichts anderes übrig, als im Sommer kurze Nächte nach meinem Feierabend zu fischen und ganz früh am Morgen wieder abzubauen, um wieder zur Arbeit zu fahren. Meist habe ich nicht mehr Zeit als 9 Stunden inklusive auf - und abbauen. Ist nicht die Welt aber wenn man ein paar Dinge beachtet kann man auch in dieser kurzen Zeitspanne sehr erfolgreich sein!

. Das richtige Gewässer

Es ist ja so: Habe ich nicht viel Zeit zur Verfügung und komme vielleicht in 5 Monaten nur für 6 Nächte ans Wasser möchte ich diese so erfolgreich wie möglich nutzen. Daher fallen für mich schon mal die "Szenetypischen" Low Stock - und Männergewässer durch das Auswahlverfahren, ich möchte ja schnell am Fisch sein und nicht den ganzen Sommer durch blanken. Ich brauche Motivation, brauche Fische um mich bei Laune zu halten. Genauso wenig möchte ich nicht 50km oder mehr zu einem Gewässer fahren müssen, hier sind Kilometer gleich weniger Zeit und dementsprechend weniger Fisch!


Ich habe mich für folgende Situation entschieden: 10 km von meiner Arbeit entfernt liegt ein kleiner 3ha See, der einen guten Bestand an Fischen aufweist. Es sind dort keine Riesen zu erwarten, aber das interessiert mich nicht, ich bin über jeden Fisch dankbar, den ich im Sommer fange. Ich fische dort jetzt schon seit 4 Jahren im Sommer und habe eigentlich fast jeden Karpfen schon fangen können. Dennoch freut es mich immer wieder, alte Bekannte auf der Matte begrüßen zu können. Anfangs war es ein komisches Gefühl, an einem Gewässer "gebunden" zu sein, aber wir Menschen sind Gewohnheitstiere und arrangieren und nach einer gewissen Zeit damit, wenn wir es müssen!
 
 
2. Die richtige Location

Auch kleine Gewässer haben Bereiche, die in verschiedenen Tageszeiten laufen. Ich versuche mich in der Nähe von in Wasser ragenden Bäumen oder Geäst aufzuhalten. Nach meinen Erfahrungen halten die Fische sich hier tagsüber auf und suchen Schutz. In der Abenddämmerung wagen sich unsere Freunde langsam aber sicher raus und ziehen ins Freiwasser, wo sie ihr "Abendbrot" zu sich nehmen. Um schnell am Fisch zu sein komme ich nicht darum herum kontinuierlich Stellen, die so gut wie nicht beangelt werden unter Futter zu setzen, doch dazu komme ich jetzt!
 
 
3. Das richtige Füttern

Wie oben schon geschrieben bin ich nicht oft am Wasser, aber dies hat auch einen Vorteil: Die Fische können ohne sich Gedanken machen zu müssen einfach drauf los fressen und brauchen keine Angst haben, dass der Futterteppich einen Haken hat. Ich füttere im Sommer jeden 2. Tag circa 800gr Boilies abends nach dem Feierabend. So kommt regelmäßig und zur gleichen Uhrzeit Futter auf den Platz. Wenn ich weiß, dass ich angeln fahren kann, erhöhe ich die Schlagzahl und füttere dann 3-4 Tage im Voraus täglich ca. 1,5 kg. Hierbei nutze ich gerne den Amino Fish aus der Eco Serie, er ist trotz seines geringeren Preises ein super verdaulicher Boilie, mit einem hohen Nährwert. Außerdem habe ich immer noch ein paar Sweet Insect und Marine Source Pralinen dabei, die ich zusätzlich auf den Platz schieße. Ich lege dann immer eine circa 30m lange Futterspur, die ungefähr 3-4m breit ist. Somit ist gegeben, dass die Fische mehr Platz zum Suchen haben und ich sie länger am Platz halten kann.
Kontinuierlich füttern und wenig angeln - sehr effektiv wenn es darum geht, so viele Fische wie möglich in einer kurzen Zeit auf die Matte zu legen.
 
 
 
 
4. Die richtige Vorbereitung

Die Vorarbeit erfolgt schon mindestens 1 Tag im Voraus: Die Rigs werden Zuhause fertig gebunden, beködert und meist danach in den Sweet Insect Dip zum Einlegen gelegt. Auch meine PVA Sticks bereite ich einen Tag vorher zu. Der Marine Source Stickmix zusammen mit ein paar Maispellets, Aminol Liquid und GOO Almond Surpreme sorgen für super attraktive Sticks unter Wasser. Dass die Ruten natürlich vorher schon fertig montiert sind brauche ich glaube ich nicht zu erwähnen.
 
Was sich für mich als besonders fängig erwiesen hat, sind die COG Bleisysteme von Korda, absolut zuverlässig, man kann selbst entscheiden, ob man das Blei beim Drill verlieren möchte oder nicht und der Karpfen hat, anders wie beim normalen Safety Clip System, aus jeder Position immer das volle Bleigewicht am Haken zu ziehen. Ich kann wirklich sagen, mehr Fische zu fangen, seitdem ich das System nutze.
 
 
5. Die richtige Taktik

Ich versuche, wenn ich am Wasser zum Angeln angekommen bin, nur so wenig Tackle wie möglich dabei zu haben. Das Zelt kommt nur mit, wenn es regnen soll, ansonsten schlafe ich"oben ohne". Viel Aufbau kostet wieder Zeit, also Ruten, Banksticks, Boilies, Kescher, Matte, Liege mit Schlafsack und eine Tasche für Bleie, Tacklebox, Kamera und anderem Kleinkram reichen vollkommen aus.

Ich brauche unter Wasser keine Wunderrigs, ich fische ganz schlicht ein 20cm langes Blowback Rig mit Shrink Tube, Rig Ring und 6er Kurv Shank. Ans Haar kommt dafür nur das Beste: Leckere Snowmänner bestehend aus Marine Source, Sweet Insect oder auch Scopex+. Vor allem der Sweet Insect zieht einen Fisch nach dem anderen raus und beweist jedes Mal aufs Neue, dass er ein überdurchschnittlicher Boilie ist und von den Karpfen geliebt wird. Jedes Rig wird mit einem PVA Stick ausgestattet, so dass direkt am Hakenköder eine zusätzliche Attraktivität vorhanden ist.

Beim Angeln selber füttere ich nun nicht mehr so viel. 20 Boilies grob um den Hakenköder rum reichen jetzt vollkommen aus. Allerdings liegt mein Rig circa 3m vor dem Futterplatz, damit die Fische nicht mit meiner Schnur in Berührung kommen und vermutlich flüchten. Durch die geringere Anzahl an Boilies schaffe ich es, dass unter Wasser sehr schnell Futterneid aufkommt. Jeder Karpfen möchte was vom gedeckten Tisch haben und schlingt die Boilies nur so in sich rein. Mein Ziel ist erreicht und ich kann mir sicher sein: Es dauert nicht mehr lange und es gibt den geliebten Dauerton…
 
 
6. Fazit

Mit wenig Zeit lassen sich durchaus viele und vor allem richtig tolle Fische fangen. Mit der richtigen Vorbereitung und Taktik erlebt man teilweise sogar richtige Sternstunden, die anderen Angler, die Tagelang oder vielleicht auch wochenlang am gleichen Platz sitzen, vermutlich nicht haben können! Gutes Futter ist auch hier extrem wichtig, da ich die Fische ja über Monate füttere und auch möchte, dass sie gerne und oft auf den gedeckten Tisch zurückkommen. Bitte achtet darauf, dass die Boilies einen hohen Nährwert haben und für die Verdaulichkeit nicht schädlich sind. Aber da brauch ich mir bei den Kugeln von Olli ja keine Gedanken machen!
 
 
 
 
 
 
Falls auch ihr wenig Zeit findet um ans Wasser zu kommen, probiert es einmal aus, ihr werdet nicht enttäuscht werden!

Cheerio

Selfmade-Baits-Supporter Jan Brase