Karpfenangeln im Winter mit Selfmade-Baits

01.03.2014 13:04 | Kundenberichte

 
Wir haben sage und schreibe den 09.01.2014, ja ihr lest richtig: Januar!!!
Ich habe beschlossen, für eine Nacht rauszufahren, gemeldet waren 14° C plus.
Am Abend davor packte ich schnell ein paar Angelsachen, der Keller wurde nach den letzten Boilies durchstöbert und in der Früh ging es schon ziemlich zeitig raus.
Kaum am Wasser angekommen, musste ich erst mal die Ruhe und den Sonnenaufgang genießen. Einfach traumhaft, kein Mensch am See und dies ist nicht normal an diesem Gewässer. Im Sommer ist er sehr überfischt.
Futter abmischen war angesagt, ich hatte die Sorte Active-Essential-Spice in den Größen 14 mm und 18 mm dabei, die ich mit ein bisschen Partikeln, Red-Shrimp Pellets, Baitpowder und dem passenden Liquid ummantelt habe…
 
So es konnte losgehen, das Übliche: Ruten aufbauen, Boot aufpumpen, Zelt aufstellen usw. In der Zwischenzeit konnte mein Futter, bestehend aus Partikeln, Boilies, Liquid und Baitpowder richtig trocknen und durchziehen…
 
Nach getaner Arbeit konnte ich mich dann mit dem Boot auf die Suche nach passenden Spots machen. Ich beschloss dann, eine Rute auf 6,20 m zu legen. Dies war auch die tiefste Stelle des Sees, die zweite legte ich auf 1,60 m in einer Bucht ab und die dritte auf 3,30 m. An jedem Spot wurde eine Schaufel der angemischten Partikel und Boilies gefüttert, oben drüber etwa 10 bis 15 einzelne Boilies in Größe 14 mm. Auf 2 Ruten setzte ich alles auf eine Karte und nahm als  Hakenköder die Hookbaits Dumbell 18 mm von Marine-Source (Monster-Crab) und oben drüber wurde ein 14 mm Active-Essential-Spice Boiliedrauf gezogen, was sich später dann als Joker entpuppt hat. Bei der dritten Rute entschied ich mich für einen Single-Hook-Bait, der aus einem einzelnen 14 mm Marine-Source (Monster-Crab) und einem Kunstmais-Korn von Enterprise bestand...
 
Vormittag ging wirklich nicht viel, ich hatte zwar ein paar Aktionen und war mir sicher, dass Weißfische am Spot waren, zum Nachmittag konnte ich meinen ersten Spiegelkarpfen dieser Session verzeichnen, mit dem ich sehr zufrieden war: Er ist auf der ganz linken Rute eingestiegen, die ich in der Bucht auf einer Wassertiefe von 1,60 m abgelegt hatte. Als Köder hatte ich da Active-Essential-Spice mit Marine-Source. Dann war erst mal Ruhe, bis gegen 17 Uhr nicht nur mein Bissanzeiger, sondern auch mein Hund Bobby nervös wurde, denn er hat sich angewöhnt, sofort bellend aus dem Bivvy zu stürmen, wenn der Bissanzeiger losgeht. Ich glaube, meine Funkbox brauche ich zukünftig nicht mehr. Ich wiederhole mich nur ungern, doch auch dieser Drill lief ähnlich ab, wie der letzte im Flachen. Am Ufer angekommen, gab der Fisch richtig Gas! Die Fluchten waren zwar etwas wilder und länger, doch auch dieser Fisch tobte sich über 20 Minuten lang unter der Rutenspitze aus. Es dauert nicht lange und der nächste Spiegler  war  im Kescher sicher untergebracht.
Dann passierte erst einmal nicht mehr viel, also erst einmal alle Ruten neu beködert und ab ins Zelt, um ein Buch zu lesen. Es hat nicht lange gedauert und dann war ich im Tiefschlaf.
 
 
 
Mitten in der Nacht kommt dann der erste Biss, etwa gegen 23 Uhr. Dieses Mal die rechte Rute auf 6,20 m.  Obwohl ich die Bremse fast ganz geschlossen habe und nach wenigen Sekunden an der Rute bin, hat der Karpfen schon etwa 30 bis 40 Meter Schnur von der Rolle genommen.
Sofort steige ich ins Boot und rudere zum Fisch. Beim Spannen der Schnur spüre ich einzelne, kurze Schläge in der Rute. Am Spot angekommen, sehe ich im Schein meiner Kopflampe einen wunderschönen Graser, der sehr kampfstark war.
Dieses Spiel dauerte ca. 20 Minuten (!), dann sind wir beide erschöpft (zum Glück der Fisch etwas mehr als ich). Nach dem härtesten Drill seit Jahren schiebe ich mit schmerzenden Armen den Kescher unter den Graser. Der  Fisch war nicht besonders schwer, hatte aber riesige Brust- und Bauchflossen!
 
 
Ich lege die Montage gleich wieder auf den Spot, diesmal jedoch vor dem Spot auf etwa 5,50 m an den vorderen Rand des Futterteppichs. Kaum eingeschlafen, weckt mich mein Bissanzeiger mit einem Dauerton. Carp! Ganz sicher! Wie von der Tarantel gestochen stürme ich wieder ans Pod, der Hund natürlich auch mit dabei ;-)
Yeeesss…. Es ist wieder die rechte Rute, nach kurzem Kontakt bin ich mir nicht sicher, ob der Fisch noch dran ist. Dieser hat auf alle Fälle bereits sehr viel Schnur genommen, doch mit viel Glück sitzt der Haken gut in der Unterlippe und ich kann einen Schuppi keschern.
 
 
Dann beschließe ich, die Rute nicht mehr raus zufahren.
 
Bis zum Morgen passiert leider nichts mehr. Vielleicht hat die Unruhe in der Nacht die Fische verscheucht? Am Vormittag wird es warm. Die Sonne knallt vom Himmel, genau auf den Bereich, wo meine  Montage in der Bucht im Flachen liegt und auf hungrige Karpfen warten. Ein leichter Wind bringt Sauerstoff ins Wasser - da muss doch noch was gehen! Es vergehen einige Stunden, bis der Bissanzeiger der flachen Uferrute direkt am Schilf einzelne Töne von sich gibt. Ich vermute, Brassen sind am Platz. Dies wiederholt sich im Minutentakt, doch auf einen Schlag: Dauerton! Eine kurze Flucht nach links, wieder zum Grund, kurze Flucht nach rechts und wieder runter. Immer langsam, schwerfällig und niemals hektisch! Ich habe gleich auf eine Granate getippt…
Das könnte ein besserer sein! Nach bestimmt 10 Minuten, endlich beim 3. oder 4. Versuch konnte ich den Kescher unter einen schönen langen Schuppenkarpfen schieben und freute mich, dass er endlich sicher im Netz liegt. Definitiv nicht mein größter Fisch bisher aus diesem See, aber um diese Jahreszeit konnte ich sehr zufrieden sein, 4 Fische und alles nicht gerade Kleine!
 
Am Spätnachmittag packte ich meine Sachen zusammen und trat die Heimreise an…
 
Ich wollte mich nur noch beim Oli für den super Service und die schnelle Lieferung bedanken, die Boilies sind immer frisch und auf Dich ist einfach Verlass!
 
Macht weiter so….
 
MFG Anatol