Das Blatt hat sich gewendet…!

20.07.2011 12:42 | Teamberichte

 
 
Dieses Angeljahr hat für mich eher schlecht als recht angefangen. Meine Angeltrips sind alle nicht wirklich erfolgreich verlaufen und das Fischen an meinen heimischen Gewässern stand auch nicht unter dem besten Stern, was die Gewichte anbelangte. Durch die Arbeit war auch nicht die Zeit vorhanden, die ich gerne gehabt hätte. All dies ist aber jetzt vergessen, denn das Blatt hat sich gewendet.
Vor ein paar Wochen konnte ich in Frankreich einige gute Fische fangen, darunter auch den fetten Schuppie, was ja schon der absolute Wahnsinn war. Aber nach diesem Wochenende werde ich dieses Angeljahr sicher nie mehr vergessen.
Am Freitag ist es nach getaner Arbeit Richtung See gegangen. Um ca.16 Uhr war ich dann am Ziel. Durch die wahnsinnige Hitze war es mir fast unmöglich, das ganze Angelzeug aufzubauen ohne einen Hitzeschlag zu bekommen. Also verschob ich das Aufbauen auf abends und schnorchelte erst mal eine Runde. Dies hatte zwei Vorteile: Ersten eine halbwegs angenehme Abkühlung und zweitens konnte ich mir so meine Spots gleich suchen.
Gegen 20 Uhr war es mir dann möglich mein Geraffel aufzubauen und eine Rute gleich raus zu schnorcheln, die andere legte ich vom Boot ab da mir 5,5m zu tief sind zum Tauchen (die Folgen des Rauchens). Beide Ruten fischte ich mit einem Flat Pear Inline- Blei in 200gr. von Carpleads, das sich bei einem Biss löst und auf der Hauptschnur frei beweglich ist. So hat man eine bessere Bisserkennung und der Fisch kann den Haken nicht wieder durch das Bleigewicht abschütteln.
Die getauchte Rute wurde mit einem 18mm Scopex + Dumbell und einem halben Strawberry+ Pop-Up bestückt, die zweite mit einem 22mm Natural-Instinct Dumbell. Auf die getauchte Rute kamen 2,5kg kleine Pellets vermischt mit drei Händen Liver-Spice Boilies und 10 Stück Scopex+ in 18mm als Blickfang. Als Beifutter auf die andere Rute kamen nur eine Handvoll Natural-Instinct weit verteilt. So waren die Latten scharf und ich bereit.
In der Nacht kam dann der Wetterumschwung und es wurde stürmisch und regnerisch. Kurz vor Sonnenaufgang piepste es auf der Rute mit dem Natural Boilie, als ich aber an der Rute war hing der Hänger genauso wie vorher. Als ich noch an den Ruten stand piepste es auf einmal an der anderen Rute. Ich dachte mir nur, dieser schei.... Biber nicht schon wieder. Aber als der Hänger weiter seine Bewegungen hoch und runter vollzog wurde mir klar dass da doch eine Brasse dran hängt, und so war es dann auch. Nach dem da schon eine Brasse dran gehangen ist lag der Verdacht nahe, dass es an der anderen Rute genauso aussieht. Also Boilies ins Boot geschmissen und hoch motiviert der Brasse entgegen. Auf dem halben Weg spürte ich auf einmal eine Gegenwehr, die nicht von einer Brasse ausgehen kann und in diesem Moment begann der Tanz. Der Fisch wehrte sich mit aller Kraft und zog mich eine halbe Ewigkeit über den See, aber am Schluss konnte ich ihn sicher keschern. Ja, geil ein schöner Schuppie mit 17kg, mein größter aus diesem Gewässer!! Nach dem der Tag schon wieder angebrochen war konnte ich auch gleich ein paar Bilder machen.
Um ca. 9 Uhr waren dann wieder beide Eisen scharf auf den Plätzen. Die Abkühlung so früh am Morgen und bei Regen hätte echt nicht sein müssen, aber was tut man nicht alles für die lieben Fische. Nach einem schönen Kaffee mit Baileys und der ein oder anderen Zigarette ging es dann wieder glücklich und zufrieden ins Land der Träume, nach dem man bei diesem Wetter auch draußen nichts verpasst…
Gegen Mittag lag ich dann immer noch in meinem Schlafgemach und las ein interessantes Buch. Als ich im Augenwinkel etwas links neben mir leuchten sah sprang ich raus aus den Federn und spurtete an meine Rute. Auf diesem Wege hat es mich dann erst mal richtig in den Matsch geworfen, da durch den Regen alles aufgeweicht war und meine Schuhe keinen guten Grip mehr aufweisen. Aufstehen und weiter, an der Rute angekommen lief ganz langsam Schnur von der Rolle. Na dann Rute aufnehmen ins Boot und los kann es gehen. Der Regen war zwar nicht so angenehm aber egal, soviel Bisse bekommt man hier ja auch nicht jeden Tag. Nach einem super Drill lag ein fetter Spiegler an der Wasseroberfläche und war bereit zum Abschöpfen. Beim ersten Versuch den Fisch dann mit einer Hand ins Boot zu heben unterschätzte ich sein Gewicht ganz deutlich, denn aus dem Wasser brachte ich ihn nicht aber ich wäre fast rein geflogen, da meine super Schuhe wie erwähnt nicht mehr so viel Grip haben. Auf den zweiten Versuch, mit beiden Händen gelang es mir dann doch und ich ließ einen so gewaltigen Freudenschrei von mir, dass es in drei Kilometer Umkreis jeder hörte.
Am Ufer angekommen musste der Fisch natürlich gleich mal gewogen werden, doch Waage zeigte Error. Wie geil, der hat über 25kg und ich habe natürlich immer noch keine Waage über 25kg. So wurde der Fisch erst mal in den Sack gepackt und mein Kumpel Markus angerufen, damit er mit einer Waage an den See kommt.
Kurze Zeit später kam er dann raus und brachte mir eine Waage bis 40kg mit, die mir der Uwe aus dem Angelgeschäft in Neresheim sponserte, vielen Dank an dieser Stelle noch mal. Beim Wiegen mit meiner neuen Waage und zum Vergleich noch mal mit der von Markus blieb der Zeiger der jeweiligen Waage immer knapp über 25kg stehen. So machten wir im Anschluss gleich ein paar Bilder und ließen diesen Traumfisch wieder seine Muscheln und Krebse fressen.
Nach diesem Fisch ist nichts mehr gegangen, aber das war auch absolut OK so. Markus und ich ließen es uns an diesem Abend noch sehr gut gehen, mit Sekt und feinen Rindfleischsteaks.
Vielen Dank noch mal an dieser Stelle an Markus und Uwe.
 
 
Sebastian Hermann