Breaking new ground

19.05.2011 11:55 | Teamberichte

 

Nach dem Frankreich für uns aufgrund von Tackleklau und anderen Unzumutbarkeiten keine Option mehr war, mussten wir uns etwas Neues einfallen lassen.

Kevin und ich wollten wieder in Ruhe und Abgeschiedenheit fischen, ohne die ständige Angst vor unerwünschtem Besuch.

Im Fokus waren nun mehr denn jeher Aspekte wie Abenteuer, Wildnis, Freiheit und Action. Wenn sich dabei der ein oder andere dicke Fisch fangen lässt – schön!

Pioniere wollten wir sein, sowie damals, als sich eine kleine Anzahl von Verrückten an die Erkundung von Cassien und Co. gemacht hatte.

In einem unserer Nachbarländer wurden wir fündig. Normaler Weise nur bekannt durch einige Dickfische in Kanälen, hatten wir hier versucht über einen Komplex an Stauseen Informationen zu erhalten – vergebens.

Das sollte unser Ziel sein! Je weniger Information desto besser.

Gestaute Täler, gute 40 Jahre alt, keine Angler. Dafür unberührte Natur, keine Verbote und hoffentlich auch Karpfen!

Der Empfang war wenig erfreulich, denn ich wurde von einem Hund gebissen. Dann wendete es sich jedoch zum Guten.

Wir erkundeten einen der Seen mit Kevin' s Benziner. Wir fanden steile Ufer, die rapide auf bis zu 18m abfielen. Dann gab es flache Uferzonen, überschwemmte Wiesen und Wälder, eine große Insel.

Täglich fiel der Wasserstand über Nacht um bis zu vier Meter um dann innerhalb weniger Stunden wieder auf Vollniveau anzusteigen. Irgendwo musste ein Kraftwerk oder dergleichen betrieben werden.

Die Ufer waren übersät mit Baumstümpfen. Bei Vollstau konnten wir tausende und abertausende Muscheln am flachen Ufer ausmachen, die durch die Strömung aus den Tiefen des Sees angespült wurden. Die geknackten Schalen lagen nicht nebeneinander, sondern gestapelt übereinander am Strand entlang.

Im Schlamm fanden wir Gewürm aller Art.

Wir versuchten tapfer gegen dieses übergroße Nahrungsangebot anzukämpfen. Mit Erfolg!
 
Wir konnten ein paar schöne Fische bis 35 Pfund fangen, darunter zahlreiche Brassen und Schleien, die auch vor Tigernuts nicht halt machten. Die Fische waren makellos und haben vielleicht noch nie einen Haken zu spüren bekommen. Kaum jemand fischt hier. Während unserer Woche waren wir die einzigen Karpfenangler am See.
 
Mit der unbedingten Gewissheit, dass sich hier Monster verbergen, traten wir nach sieben tollen Tagen den Heimweg an.
Doch noch ein Gefühl schwang mit und dieses war stärker ausgeprägt als die Vorfreude auf einen Biggie: Wir hatten etwas gefunden, das uns gehörte. Ein See voller Ungewissheiten und Überraschungen, inmitten malerischer Wälder.
 
Kolumbus und Cortéz, Konquistadoren eines Stausees.
Yeah, das gefiel uns...